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Freiflächen der Mietwohnanlage "Dahlem II"

Obj.-Dok.-Nr.: 09046010
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Ladenbergstraße
Hausnummer: 22 & 24
Strasse: Rudeloffweg
Hausnummer: 4 & 8 & 10 & 12 & 16
Strasse: Von-Laue-Straße
Hausnummer: 3 & 7 & 9 & 11 & 15 & 17
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Freifläche
Datierung: 1904-1906
Entwurf & Ausführung: Köhn, Erich (Architekt)
Bauherr: Beamtenwohnungsverein zu Berlin GmbH

Fortschrittlich war die Gestaltung der Freiflächen der Wohnanlage des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin, Ladenbergstraße 22/24 u.a.. Während auf einem ersten Lageplan um 1904 (1) noch insgesamt 32 Häuserblöcke auf dem etwa 33.000 Quadratmeter großen Grundstück vorgesehen waren, wurde die Anzahl später auf 17 reduziert. Um sich dem großzügigen Landhausstil Dahlems anzupassen, setzte der Architekt Köhn die Gebäude mit einem weiten Abstand an die umgebenden Straßen. Untereinander hatten die im Landhausstil errichteten Gebäude in der Regel eine Entfernung von 12 Metern, parallel zur Straße Unter den Eichen wurden zwei breite Streifen von der Bebauung freigehalten. (2) Dies hatte zur Folge, dass über 80 Prozent des Grundstückes als begrünte Freifläche zur Verfügung stand. (3) Um den Eindruck von Landhausbauten zu verstärken, war das gesamte Grundstück aufwändig eingefriedet. Während entlang der Straße Unter den Eichen schmiedeiserne Zäune auf Mauersockeln standen, waren die Vorgärten an den anderen drei Straßenseiten von weiß lackierten Holzzäunen und -toren umschlossen. Heute bestehen nur noch die Sockelmauern, einige Torpfeiler wurden 2001 wiederhergestellt. Die Vorgärten waren vermutlich als Rasenflächen mit markanten kleinen Böschungen angelegt, die durch niedrige Eisengitter eingefriedet waren. (3) Zwei der ansonsten geradlinigen Zugänge waren durch ein Rondell oder einen hufeisenförmig geführten Weg hervorgehoben, der jedoch nicht mehr besteht. Es fallen symmetrisch gepflanzte, inzwischen hoch aufgewachsene Eiben auf, die aus der Anlagezeit stammen könnten. Die Freiflächen werden durch weitgehend orthogonal geführte Wege gegliedert, der Belag besteht durchgehend aus Bernburger Mosaikpflaster mit gelben Klinkereinfassungen. An einigen Kreuzungen sind die Wege zu kleinen Plätzen aufgeweitet, dort konnten früher Teppige geklopft werden, außerdem stehen noch alte Müllhäuser, die heute als Fahrradabstellplätze dienen. Die Mietergärten sind im zentralen Grünabschnitt zwischen den Häuserblöcken untergebracht und durch Maschendrahtzäune untereinander getrennt. Der erhöht liegende Bereich wird beidseitig durch steile Böschungen abgefangen.

Die Genossenschaft plante bereits 1904 seitlich der Nutzgärten zwei kleine rechteckige Spielplätze, auf denen jeweils ein Buddelkasten stand. (4) Sie sind heute unter anderem durch die Aufstellung von Tischtennisplatten in der Gestaltung verändert. Auf dem südlich gelegenen Spielplatz stehen noch Reste einer Lindenreihe.

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1) O.A.: Taf. nach S. 268. In: Die Baugenossenschaft 4 (1904).

2) Mündliche Überlieferung durch Herrn Engelke am 15.12.04: Die Streifen seien ursprünglich für weitere Bebauungen mit Seniorenwohnungen freigehalten worden, was jedoch nicht verwirklicht worden sei.

3) Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Bau- und Wohnungsaufsichtsamt, Bauakten: Gesamtfläche 33.002,65 Quadratmeter, projektierte Bebauung 5.823,63 Quadratmeter.

4) Engelke, Karin und Ulrich u.a.: 75 Jahre Hausgruppe Dahlem II, unveröff. Manuskript Berlin 1981, S. 75.

Literatur:
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 150
  • BusB IV A 1970