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Garten Allinger

Obj.-Dok.-Nr.: 09045986
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Pacelliallee
Hausnummer: 39
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Hausgarten
Datierung: 1936-1937
Entwurf & Ausführung & Bauherr: Allinger, Gustav (Gartenarchitekt)

Der von Gustav Allinger 1936-37 für die eigene Familie entworfene Hausgarten, Pacelliallee 39, dokumentiert in besonderer Weise die Gestaltungsgrundsätze des bekannten Gartenarchitekten, der hier frei von Bauherrenwünschen die eigenen Erkenntnisse verwirklichen konnte. (1) Dem architektonischen Grundgerüst des Gartens sind frei geformte Gartenpartien untergeordnet, die für die Hinwendung Allingers an natürliche Gartenmotive stehen. Der auch als "Lehr- und Studiergarten" fungierende Garten besticht durch eine vielfältige Pflanzenverwendung, die sich nach pflanzensoziologischen Gesichtspunkten richtete. Der Privatgarten wurde 1989-90 restauriert und ist in einer außerordentlichen Qualität erhalten.

In enger Abstimmung mit dem Architekten Hans Geber wurde das Gebäude parallel zur Straße gestellt. Eine Garage und ein mit einer Mauer begrenzter Wirtschaftshof verlängern das Gebäude seitlich bis zu den Grundstücksgrenzen und trennen den hinteren Bereich optisch und funktional vom Vorgarten. Der "Wohngarten", wirkt durch seitlich vorgezogene Mauern und Gebäudeteile wie ein geschützter Gartenhof. Das nach hinten gelegene Gartenzimmer nimmt seine Fortsetzung in der zweistufigen Terrasse mit Steingarten und einem auf die mittlere Fensterachse ausgerichteten rechteckigen Wasserbecken. Die anschließende Rasenfläche wird beidseitig durch Gehölzstreifen gerahmt und leitet in den landschaftlichen Bereich über. Ein seitlich liegender, überdachter Sitzplatz setzt sich in einem geradlinigen Weg fort, der durch eine Pergola an einem Heidegarten vorbei bis zum Nutzgarten am Ende des Gartens führt. Auf der anderen Seite wird die Terrasse mit dem Wasserbecken durch einen Sitzplatz mit Wandbrunnen verlängert; der anschließende Gartenweg bildet mit seinem leichten Schwung eine Gegenbewegung und führt ebenfalls in den Gemüsegarten. Ein kleiner runder Vogelbrunnen wird vom Wasserbecken gespeist und geht in einen naturalistisch ausgebildeten Bachlauf mit kleinen Staubecken über, der in einem ovalen Teich endet. Der Bereich wird von einem mit einheimischen Wildstauden bepflanzten Haingarten gesäumt.

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(1) Gustav Allinger (1891-1974). Vgl. auch Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 142 mit weiterführenden Literaturangaben.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 361 & 406
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 204
  • Allinger, Gustav, Der deutsche Garten, München 1950 / Seite 224ff.
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 142