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Garten des Hauses Cramer

Obj.-Dok.-Nr.: 09045985
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Pacelliallee
Hausnummer: 18
Strasse: Im Dol
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Landhausgarten
Datierung: 1912-1913
Entwurf: Muthesius, Hermann (Architekt)
Bauherr: Cramer, Hans (Getreidehändler)

Hermann Muthesius entwarf den zum Haus Cramer dazugehörenden Landhausgarten auf dem großen Eckgrundstück Pacelliallee 18. (1) Der in klar umrissene, rechtwinklige Einzelräume geteilte Garten stellt ein typisches Beispiel Muthesius`scher Gestaltung dar, in welcher Innen- und Außenräume eng miteinander verflochten sind. Der Architekt platzierte das Gebäude in der Nordostecke und zugleich höchsten Stelle des Grundstückes; durch den anschließenden Messelpark war gewährleistet, dass in Zukunft keine Bauten zu Verschattungen führen würden. Das ansteigende Gelände wird durch die Anlage von Terrassen und auf verschiedenen Niveaus liegenden Gartenbereichen in seiner Wirkung gesteigert. Gehalten werden die Terrassen durch analog zum Gebäude in Rüdersdorfer Kalkstein ausgeformte Mauern oder bepflanzte Hänge. Die auf drei Seiten um das Haus herumführende, hauptsächlich nach Süden ausgerichtete Terrasse mit Rosengarten wird durch eine einreihige Pergola mit steinernen Pfeilern und weiß gestrichenem Lattenwerk mit Laube gerahmt. Diese von Muthesius ganz bewusst eingesetzten architektonischen Elemente steigern die Wirkung der Durchdringung zwischen Garten und Haus. Der Terrasse vorgelagert liegt ein rechteckiger Ballspielrasenplatz (2), der entlang der Straße mit einer Baumreihe bepflanzt wurde. Die westlich anschließende Spielwiese war ursprünglich allseitig mit einer Reihe Kastanien umstanden, für die Kinder des Hauses waren Turngeräte aufgestellt.

1979 konnte auch der in Grundzügen erhaltene Garten denkmalpflegerisch wiederhergestellt werden. Dabei wurde sowohl die Terrasse mit dem Rosengarten und der Pergolareihe instandgesetzt als auch die Kastanienreihe wieder nachgepflanzt. Die den ansteigenden Zugangsweg begleitenden Linden waren lückenlos erhalten. An Stelle des ehemaligen Ballspielplatzes wurde eine ruhige Rasenfläche ausgebildet (3), heute besteht hier ein Basketballplatz. Lediglich der ehemals nördlich des Eingangsweges gelegene Nutzgarten konnte nicht wiederhergestellt werden, da dort die notwendigen PKW-Abstellplätze untergebracht werden mussten. (4)

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(1) Zum Garten Cramer vgl. Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 141 mit weiterführenden Literaturangaben.

(2) O.A.: Landhaus in Dahlem-Berlin, Cecilienallee 18-20. In: Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 28 (1915), S. 22 f., Taf. 56-58.

(3) Stahl, Fritz: Hermann Muthesius, Haus Cramer-Dahlem. In: Wasmuths Monatshefte für Baukunst 2 (1915/16), S. 45 ff., Taf. 5.

(4) Krosigk, Klaus von: Hermann Muthesius als Gartenarchitekt. In: Gartenpraxis 17 (1991), H. 3, S. 42 ff.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 96f.
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 193
  • Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 28 (1915) 6 / Seite 22f.
  • Baumeister 18 / Seite T. 20/21
  • Dekorative Kunst 22 (1919) 27 / Seite 1ff.
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 141
  • Wasmuths Monatshefte für Baukunst 2 (1915/16) / Seite 45ff.
  • Muthesius, Hermann: Landhäuser : ausgeführte Bauten mit Grundrissen, Gartenplänen und Erläuterungen, München 1922 / Seite 85f.