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Garten des Wohnhauses Milinowskistraße 35

Obj.-Dok.-Nr.: 09045978
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Zehlendorf
Strasse: Milinowskistraße
Hausnummer: 35
Strasse: Katharinenstraße
Hausnummer: 2 & 4
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Landhausgarten
Datierung: nach 1927
Umbau: 1955
Entwurf & Ausführung: Allinger, Gustav (Gartenarchitekt)
Entwurf & Ausführung: Bournot, Helmut (Gartenarchitekt)
Bauherr: Epstein, Franz (Bankier)

Das Haus, das Alfred Gellhorn für den Bankier Franz Epstein in der Milinowskistraße 35/Katharinenstraße 2/4 errichtete, entstand unter dem Einfluß des Neuen Bauens. Auf einem Eckgrundstück mit z.T. altem Baumbestand wurde unter Berücksichtigung einer in flacher Rundung verlaufenden Baumreihe der Baukörper mit Terrasse und die Rampenbrüstung der Garagenzufahrt in gleicher Schwingung angelegt. Der Außenbau spiegelt die Aufteilung des Inneren in voneinander getrennte Funktionsbereiche wider. Die Wirtschafts- und Schlafräume befinden sich in einem kubischen, zweigeschossigen Baublock; der Wohnraum ist in einem eingeschossigen Anbau untergebracht. Die Trennung der beiden Hausteile wird durch die organische Körperform des Anbaus und seine Verkleidung mit hellgelben Keramikplatten hervorgehoben.

Architektur und Naturraum gehen ineinander über: Der planmäßig angelegte Garten zieht sich bis zur Terrasse, die dem Anbau auf geböschtem Gelände vorgelegt ist, hinauf. Die Grundstruktur des Gartens, den Gustav Allinger für Franz Epstein ab 1927 anlegen ließ, ist trotz einer Umgestaltung in den fünfziger Jahren durch den Gartenarchitekten Helmut Bournot erhalten, obwohl wichtige Elemente wie der an der Nordseite gelegene Spielbereich, das an der Südseite gelegene Rosarium mit einer Plastik oder auch die ehemaligen Stauden- und Zwiebelpflanzflächen nicht mehr vorhanden sind. Der Garten ist trotz seiner Veränderungen ein gutes Beispiel für die moderne Hausgartenplanung der späten zwanziger Jahre und die gelungene gestalterische Einheit von Haus und Garten. Besondere Bedeutung erhält er durch seine Lage in der Katharinenstraße, wo zusammen mit den östlichen Nachbargärten unmittelbar nebeneinander die Entwicklung der privaten Gartenanlagen in Berlin aufgezeigt wird.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 21 & 235f. & 374f. & 412
  • Der Neubau 11 (1929) / Seite 8-15
  • Hajos/Zahn, Berliner Architektur, 1928 / Seite 42
  • Hoffmann, Herbert/ Neue Villen, Stuttgart 1929 / Seite 109
  • Mein Heim, 1930 / Seite 96f.
  • Rave, Knöfel/ Bauen seit 1900, 1963Bauwelt 21 (1930) / Seite 1001
  • Topographie Zehlendorf/Zehlendorf, 1995 / Seite 235-237
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 250