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Hausgarten & Gartenanlage Kirchweg 57

Obj.-Dok.-Nr.: 09045961
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: Kirchweg
Hausnummer: 57
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Hausgarten & Gartenanlage
Datierung: 1922-1923
Entwurf & Ausführung: Pepinski, Eryk (?) (Gartenarchitekt)
Bauherr: Heteren, Albertus van

Die Gartenanlage auf dem Grundstück Kirchweg 57 wurde von dem Gartenarchitekten Eryk Pepinski gestaltet. (1) Sie erweitert die Innenräume des Hauses und bildet mit der Architektur eine Einheit. Die Lage des Hauses an der Westgrenze und die Anordnung der Nebenräume zur Straße ermöglichten die Orientierung der Hauptwohnräume nach Süden auf eine breite Terrasse und den sich davor erstreckenden Freiraum. Das Gelände wurde vor der gesamten Hausfront aufgeschüttet und gegenüber dem tiefer gelegenen Obstgarten mit einer Stützmauer abgesetzt. In leichter Kurvung nimmt sie die weichen Formen der Grundstücksgrenzen auf und endet in einem runden Pavillon, der den Abschluss des hoch gelegenen Plateaus bildet.

Nahe der Grundstücksgrenzen sowie jeweils oberhalb und unterhalb der Mauer geführte Kieswege dienen der Erschließung der unterschiedlichen Gartenebenen. Diese erhalten durch die gegeneinander versetzten Baukörper des Hauses und die hierauf bezogenen Terrassen, Mauern und Treppenläufe eine abwechslungsreiche Raumqualität. Die einheitliche Materialverwendung für Hauswände und Stützmauern sowie Einfriedungen und Treppen bewirken eine Verklammerung von Haus und Garten.Die ehemals offenen Gartenräume, die von hohen Waldkiefern und von einigen alten Schwarzkiefern bestanden werden, sind heute durch dichten Strauchbewuchs beengt. Von den früher oberhalb der Stützmauer gelegenen Blumenrabatten und Rosenpflanzungen sind letzte Reste, von den Obstbäumen im unteren Areal nur noch einzelne erhalten. Die Anlage zeugt von der stark individuell geprägten Haltung, die das gesamte gartenkünstlerische Schaffen von Eryk Pepinski charakterisiert. Die dabei oftmals zu beobachtenden expressionistisch anmutenden Formgebungen treten im Garten van Heteren eher zurückhaltend auf - so beispielsweise am Rundpavillon mit seinem Ziegel gedeckten Kegeldach und den Verstrebungen in dunklem Holz.


1) Eryk Pepinski (1886-1945). Pepinski, Eryk: Schöne Gärten, 1930; zum Garten van Heteren S. 23, 24, 32, 75. Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 165 mit weiterführenden Literaturangaben.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 240
  • Pepinski, Eryk, Schöne Gärten, 1930 Deutsche Kunst und Dekoration 53 (1923/24) / Seite 266-278
  • Der Neubau 7 (1925) / Seite 299f.
  • Mein Heim, 1930 / Seite 134f.
  • Muthesius, Landhaus und Garten, 1925 Stahl/ Heinrich Straumer, 1927 / Seite 28f.
  • Bauwelt 16 (1925) 25 / Seite 149-151
  • Weber/ Kleine Baugeschichte Zehlendorfs, 1970 / Seite 60
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 165