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Garten des Wohnhauses Inselstraße 3A/5

Obj.-Dok.-Nr.: 09045953
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: Inselstraße
Hausnummer: 3A & 5
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Landhausgarten & Gartenanlage
Datierung: 1925
Entwurf & Ausführung: Schacker, Heinrich (Architekt)
Bauherr: Schwanenwerder Erholungsheim AG

Die Gartenanlage Inselstraße 3A/5 die mit dem Wohnhaus[OBJ-Dok-Nr. 09075575] eine untrennbare Einheit bildet, stellt ein außergewöhnliches Zeugnis der Berliner Gartenkultur dar. Zu vermuten ist, dass der Architekt Heinrich Schacker auch die Gestaltung der Freiflächen übernahm. Das Grundstück wird zur Straße von einer Mauer begrenzt, die sich als Pergola bis in die nördliche Grundstücksecke fortsetzt. Die auffällige Eingangssituation besteht aus einer schmiedeeisernen Pforte, den originalen Laternen über den Eckpfeilern sowie figürlichem Schmuck in den Nischen der Mauerrundungen. Die beiden farbigen Holzskulpturen stellen schlafende Wächterfiguren dar, gestaltet nach Vorbildern der süddeutschen Renaissance. Durch das Tor kann die trapezförmige, mit unregelmäßigen Natursteinplatten befestigte Hofanlage eingesehen werden. Das Zentrum bildet ein von Blumenrabatten umgebenes Springbrunnenbecken.

Vom Vorhof abgetrennt, öffnet sich hinter dem Haus das Gartenareal zum Großen Wannsee. Treppen aus Kalksteinquadern führen auf eine befestigte Ebene, in dessen Mittelpunkt ein Rundbassin liegt. Dieses bildet mit dem Becken auf dem Vorplatz eine imaginäre Achse durch Haus, Terrasse und Stufen. Die strenge Achsenbildung wird jedoch nicht weiter in den Rasenhang entwickelt, sondern aufgelöst, um das grandiose Landschaftspanorama nicht zu stören. Von den Terrassen zweigt ein Uferweg ab, der zur westlichen Grundstücksecke führt. Während hier das über oktogonalem Grundriss errichtete Badehaus mit Pagodendach in hervorragendem Zustand erhalten ist, zeugt vom ehemaligen Bootshaus an der gegenüberliegenden Uferecke nur noch die Hafeneinfahrt. Der in den Randbereichen von Bäumen gefasste Hanggarten war ehemals in ein Dreieck aus Bootshaus und Badepavillon am Ufer und dem ebenfalls mit einem geschwungenen Dach gedeckten Turmaufbau des hoch gelegenen Hauses eingespannt. Die an Chinoiserien des Rokoko erinnernden Pagodendächer charakterisieren auch heute das Anwesen in unverwechselbarer Weise.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 247
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 161