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Garten des "Haus Petersen"

Obj.-Dok.-Nr.: 09045952
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Im Schwarzen Grund
Hausnummer: 27
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Hausgarten
Datierung: 1936-1937
Entwurf & Ausführung: Wiepking-Jürgensmann, Heinrich Friedrich (?) (Gartenarchitekt)
Bauherr: Petersen, Ernst (Architekt)

Wie differenziert die Gestaltung des Gartenarchitekten Heinrich Friedrich Wiepking-Jürgensmann war, zeigt die konsequente Gliederung des Gartens, Im Schwarzen Grund 27, in fünf unterschiedliche Räume. Die in ihrer Gesamtheit großzügig angelegte Anlage weist durchaus auch intime Bereiche auf.

Seit der denkmalpflegerischen Wiederherstellung des Gartens ist der weite Blick, der sich von den Terrassen in den gegenüberliegenden Thielpark erstreckt, wieder erlebbar. Neben einer ausgedehnten Rasenfläche mit einigen eingestreuten Bäumen befindet sich in dem Gartenabschnitt ein bunter Staudengarten, der dem ehemaligen Atelier der Hausherrin zugeordnet ist. Die enge Verzahnung zwischen Innen und Außen wird durch eine absenkbare Scheibe gefördert. Der Staudengarten wird durch eine abknickende Sitzmauer und ein erhöhtes, rechteckiges Wasserbecken eingefasst.

Hinter dem Wohnhaus trennt ein südländisch anmutender Hof die beiden Gebäude voneinander. In einem skulpturalen, halbkugelförmigen Brunnen, welcher einem Quellstein nachempfunden ist, läuft Wasser in ein flaches Brunnenbecken. Interessanterweise verwendete Wiepking denselben Brunnen auch in mehreren anderen Gärten, er scheint also eine Art Signum des Künstlers zu sein. (1)

Ein weiterer, vollkommen in sich abgeschlossener und nur durch ein kunstvoll geschmiedetes Tor erreichbarer Gartenraum ist dem Bürogebäude zugeordnet. Der Atriumhof (2) wird auf zwei Seiten durch einen vertieft liegenden Laubengang gerahmt; ein lang gestrecktes, rechtwinklig abknickendes Wasserbecken wurde im Zuge der Restaurierung zu einem Schwimmbecken umfunktioniert. An einer Laubengangwand befindet sich ein Fresko, welches möglicherweise von der Ehefrau des Bauherrn, der Bildhauerin Lisa Petersen, stammt. (3) Ein kleiner Nutzgarten im Osten und ein kleiner, der Wohnhausküche zugeordneter Sondergarten komplettieren die Anlage. Miteinander verbunden und zu einer Einheit gefasst wurden die Gartenräume durch die konsequente Verwendung von rechteckigen roten Wesersandsteinplatten für alle Wege, Sitzmauern und Wasserbecken.

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(1) Lesser, Katrin: Im Schwarzen Grund 27, Gutachten zur gartendenkmalpflegerischen Wiederherstellung, Berlin 1999. Vgl. auch Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 133 mit weiterführenden Literaturangaben.

(2) O.A.: Das Haus eines Architekten. In: Das schöne Heim 9 (1937/38), S. 195 ff.; Zechlin, 1939 S. 150 ff.; Zechlin, Hans Josef: Landhäuser, 2. Ausg. Tübingen 1951, S. 34 ff.; Hoffmann, Herbert (Hrsg.): Garten und Haus, Stuttgart 1939, S. 82; Richter, Margarete: Gestalteter Raum, Tübingen 1949, S. 38, 42, 94.

(3) Kuhn, Jörg: Erfassung/ Inventarisation plastischer Denkmäler, Brunnen und anderer Werke der bildenden Kunst in denkmalgeschützten Privatgärten und auf Friedhöfen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Gutachten i.A. des Landesdenkmalamtes Berlin, Berlin 2004, Archiv Landesdenkmalamt Berlin.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 229
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 234
  • Zechlin, Hans Josef: Landhäuser, Berlin 1939 / Seite 150ff.
  • Zechlin, Hans Josef: Landhäuser, Tübingen 1951 / Seite 34ff.
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 133