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Thielpark & Triestpark

Obj.-Dok.-Nr.: 09045951
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Im Schwarzen Grund & Auf dem Grat & Brümmerstraße & Clayallee & Faradayweg & Gelfertstraße & Habelschwerdter Allee & Hittorfstraße & Kaiserswerther Straße & Landoltweg & Löhleinstraße & Thielallee
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Stadtpark
Datierung: 1912-1915
Umbau: nach 1920 & 1930-1934
Entwurf & Ausführung: Köhler, Richard W. & Schweitzer, Heinrich & Jansen, Hermann (Gartenarchitekt)
Entwurf & Ausführung: Schubert, Emil (Gartenarchitekt)
Entwurf: Dietrich, Max (Gartenarchitekt)
Bauherr: Preußisches Landwirtschaftsministerium (Ministerium)

Der abwechslungsreiche Thielpark erstreckt sich von der Clayallee, als westlichster Abschluss, etwa 1,5 Kilometer in Richtung Südosten bis zur Habelschwerdter Allee. Vier Straßen und die U-Bahntrasse gliedern die lang gestreckte Anlage in sechs unterschiedlich große Partien. Der kleinste Abschnitt hat eine etwa rechteckige Grundform und befindet sich direkt an der Clayallee. Ehemals war hier eine regelmäßige Grünanlage geplant; heute ist der Bereich waldartig bepflanzt.

Nach einem kleinen Teilstück mit Teich folgt östlich der Gelfertstraße die größte zusammenhängende Fläche des Thielparkes, die zugleich den malerischsten Abschnitt darstellt. Der durch starke Höhenunterschiede geprägte so genannte Schwarze Grund zieht sich bis zum U-Bahnhof Thielplatz hin - er ist vermutlich auf die Planung Heinrich Schweitzers zurückzuführen. Ein künstlicher Bachlauf und zwei unterschiedlich große Teiche mit begleitenden Trauer-Weiden charakterisieren das natürliche Tal. Vom tiefsten Punkt zieht sich das Gelände bis zu den Privatgärten und Straßen hinauf, die den Park säumen. Zu den Außengrenzen wird der Thielpark durch dichte Strauchpflanzungen abgeschirmt, aufgrund der zum Teil relativ steilen Hänge ist von den meisten Grundstücken dennoch der Blick in den Park möglich. Geschwungene Wege führen zu beiden Seiten des Tals um die Grünanlage herum und mittels einer Holzbrücke über den größeren der beiden Teiche hinüber. Da die Wege auf unterschiedlichen Höhen verlaufen, eröffnen sich immer wieder reizvolle Ausblicke über die weiten Rasenflächen mit Kiefern-, Linden-, Robinien- oder Eichengruppen. Im Schwarzen Grund sind zahlreiche Sitzbänke aufgestellt, die sich bisweilen in kleinen, intimen Sondergärtchen befinden. Diese, mit niedrigen Natursteinmauern gefassten Bereiche werden durch Sandsteinplattenwege erschlossen. Begleitend gepflanzte Eiben sind jedoch inzwischen so hoch aufgewachsen, dass sie den freien Blick verstellen.

Der südöstliche Abschnitt des Thielparks beginnt an der U-Bahntrasse und führt auf einer Länge von etwa 600 Metern bis zur Habelschwerdter Allee. Der Bereich wird durch zwei Straßen in drei Teilstücke gegliedert. Direkt an die U-Bahn anschließend erstreckt sich der eigentliche Thielpark, der von Hermann Jansen gestaltet wurde. Ein kleiner ovaler Teich bestimmt den tiefsten Punkt des ebenfalls stark abfallenden Geländes. Südwestlich angrenzend ist auf einem Eckgrundstück die Jesus-Christus-Kirche benachbart - sie nimmt auf dem höchsten Geländepunkt einen dominierenden Standort ein. Die Parkgestaltung selber ist jedoch in keiner Weise auf die Kirche ausgerichtet. Breite Strauchpflanzungen schirmen das Gebäude seitlich ab; zum Haupteingang auf der Südseite führt noch nicht einmal ein Parkweg. Der anschließende Abschnitt zwischen Hittorfstraße und Thielallee ist eher flach; auf ihm befinden sich eine größere Rasenfläche und ein neuerer Spielplatz. Den anschließenden südöstlichsten Bereich des Thielparkes, der auch Triestpark genannt wird, erschließen funktionale Wegeverbindungen, die an den Rändern der Grünanlage entlang führen. Der topografisch etwas bewegtere Triestpark wird durch eine sanfte Rasenfläche geprägt, die ihren tiefsten Punkt ebenfalls in einem Teich findet, der durch hohe Weiden und Sträucher gesäumt wird.

Literatur:
  • BusB XI 1972 / Seite 268
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 217
  • 100 Jahre Berliner Grün, hrsg. v. SenBauWohn, Berlin 1970 / Seite 34
  • Gartenkunst 28 (1915) / Seite 148ff.
  • Gartenkunst 54 (1941) / Seite 172ff.
  • Die Kunst im Deutschen Reich 8 B (1944) / Seite 90