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Garten des "Haus Schwebes"

Obj.-Dok.-Nr.: 09045936
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Gelfertstraße
Hausnummer: 19 & 21
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Hausgarten
Datierung: 1956
Entwurf: Hammerbacher, Herta (Gartenarchitekt)
Ausführung (?) & Bauherr: Schwebes, Paul (Architekt)

Der 1956 von Herta Hammerbacher für das Architektenhaus gestaltete Garten, Gelfertstraße 19/21, ist dem Stil der Neuen Landschaftlichkeit zuzuordnen, der seinen Ursprung bei Karl Foerster in Bornim hat. (1) Eine Rasenmulde mit einzeln eingestreuten hohen Kiefern sollte das Motiv einer Waldlichtung verkörpern, in welche das Gebäude lediglich hineingebaut wurde. Obwohl kleinere Veränderungen erfolgten, ist das Prinzip der natürlich wirkenden Bodenmodellierung in dem Garten noch deutlich ablesbar.

Durch das weite Zurücksetzen des Hauses entstand ein tiefer Vorgarten. Von Plattenwegen begrenzte, zueinander versetzt liegende Gemüsebeete sollten kristalline Formen des Schichtgesteins symbolisieren (2); sie wurden im Laufe der Zeit aber infolge zunehmender Verschattung wieder aufgelöst. Ungewöhnlich ist der Übergang vom vorderen zum hinteren Gartenbereich. Das Wohnhaus wird mit der seitlichen Garage durch ein weites Dach verbunden, welches gleichzeitig eine dahinterliegende Terrasse mit offenem Kamin einbindet. Zwei unregelmäßig abgewinkelte Wasserbecken und mehrere kleine Staudenbeete in dem mit Schieferplatten belegten Sitzplatz fügen sich zu einer Einheit und verdeutlichen die enge Verzahnung zwischen Außen- und Innenraum. Terrasse und originaler Plattenbelag sind erhalten, ein ehemaliges Wasserbecken dient heute als Pflanzbeet, das andere wurde zugeschüttet und mit Platten belegt. Die angrenzende Rasenfläche führt sanft und wie von der Natur vorgegeben in die tiefer liegende Mulde. Eine zweite Terrasse wurde ursprünglich durch mehrfach gestaffelte und versetzt liegende Schiefermauern eingebunden. Nach außen wird der Garten bis heute durch eine dichte Strauchpflanzung abgegrenzt, welche wie ein natürlicher Waldsaum wirken sollte.

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(1) Herta Hammerbacher (1900-1985). Ri, Jeong-Hi: Herta Hammerbacher (1900-1985), Virtuosin der Neuen Landschaftlichkeit (unveröff. Diss.), Berlin 2004; Lesser, Katrin: Herta Hammerbacher (1900-1985), Gartenhistorische Untersuchung der zehn denkmalgeschützten Anlagen in Berlin, Gutachten i.A. des Landesdenkmalamtes Berlin, Berlin 2001. Vgl. auch Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 129 mit weiteren Literaturangaben.

(2) BusB IV C, S. 366 f., 412.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 366f. & 412
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 226
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 129