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Garten des Wohnhauses Dubrowstraße 14

Obj.-Dok.-Nr.: 09045933
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Zehlendorf
Strasse: Dubrowstraße
Hausnummer: 14
Strasse: Rhumeweg
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Landhausgarten
Datierung: 1908-1909
Bauherr: Bartsch, Paul (Kaufmann)

Der nördlich gelegene Kreuzungsbereich Rhumeweg/Dubrowstraße wird durch das große, raumgreifende Landhaus Dubrowstraße 14 dominiert. Das seit 1884 assoziierte Architektenpaar Gustav Erdmann & Ernst Spindler entwarf das Einfamilienhaus 1908-09 für einen Kaufmann. Die Bauausführung besorgte die arrivierte Maurermeisterfirma von Fritz Schirmer. Der vierteilige, scheinbar ungeordnete Baukörper, der behelmte Turm, der dunkle, körnige Rauhputz sowie die sparsame Durchfensterung evozieren Erinnerungen an ein technisches Betriebswerk oder eine Feuerwache. Der bauplastische Reliefschmuck, der einzelne Fassadenteile nobilitierend umrahmt, zieht zusätzlich Aufmerksamkeit auf sich. Die Besonderheit des Hauses liegt in den vom "Bauen um 1800" und von der Heimatschutzbewegung abgeleiteten Werten wie Bodenständigkeit und Traditionsgebundenheit. Zudem erhält das Gebäude aufgrund seiner exklusiven Ecklage bis heute seine städtebauliche Prägnanz.

Der Garten in regelmäßiger Gliederung wurde bis heute weitgehend in seiner Grundstruktur erhalten und macht einen sehr gepflegten Eindruck. Trotz einer Grundstücksteilung 1935, wodurch der östliche Teil des Gartens verlorenging und bebaut wurde, ist die ursprüngliche Gestaltungsabsicht noch erkennbar. Es handelt sich somit um eines der wenigen Beispiele, wo trotz einer Grundstücksteilung der Garten nicht weitgehend zerstört worden ist. Dies liegt sicherlich an der schlichten, aber dennoch wirkungsvollen, regelmäßigen Gestaltung. 1915 wurde in einer Fachzeitschrift geschrieben: "Der stattliche Bau bildet in bevorzugter, günstiger Lage die Ecke der Georgen- und der Winterfeldtstraße. Während seine Masse gegen beide Straßen hin, der Grundrissentwicklung gemäß, eine lebhafte malerische Gliederung zeigt, sind die Gartenseiten in ruhiger Geschlossenheit vornehm zusammengehalten". (216)

Der Bau ist mit seinem Sockelgeschoß am ehesten dem Typus der Villa zuzuordnen, während der Garten mit seiner regelmäßigen Gestaltung, vor allem aber auch wegen der sich aus einer früher offenen Gartenhalle (heute verglast) an der Nordostecke des Hauses entwickelnden und erhöht liegenden Pergola, mehr dem Typus des Landhausgartens entspricht. Es liegt somit eine Mischform zwischen dem Villengarten und dem Landhausgarten vor. Die Einfriedigung mit der Toranlage und der teilweise beeindruckende Baumbestand sind im großen und ganzen original erhalten. An der Ostseite des Hauses befindet sich eine große Rasenfläche, in der die früher dort vorhandenen Wege heute nicht mehr zu sehen sind. Der Vorgarten an der Westseite ist abgesenkt und bildet einen passenden Rahmen für die Eingänge zu den Wirtschaftsräumen und der Garage im Norden.


216) Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 28/1915, S. 5, Tafel 11-12.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 122
  • Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 28 (1915) 11/12 / Seite 5
  • Topographie Zehlendorf/Zehlendorf, 1995 / Seite 185f.
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 234