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Garten des Landhauses Dr.Huth

Obj.-Dok.-Nr.: 09045928
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Dahlem
Strasse: Bitterstraße
Hausnummer: 8 & 10 & 12
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Landhausgarten
Datierung: 1914-1917
Entwurf: Lesser, Ludwig (Gartenarchitekt)
Bauherr: Huth, Walter R.

Das direkt am Thielpark auf einer Anhöhe gelegene Haus Huth nimmt eine städtebauliche Sonderstellung ein. Ob der Architekt Heinrich Straumer die Freiflächen des großen Grundstückes selbst gestaltet hat oder der Gartenarchitekt Ludwig Lesser zumindest beratend tätig war (1), ist nicht bekannt. Die Gartenanlage Bitterstraße 8/12 trägt mit dem niveaugleichen Übergang von den Wohnräumen zur Gartenterrasse einerseits Merkmale eines Landhausgartens, andererseits weist sie mit der imposanten Hofauffahrt Stilelemente eines herrschaftlichen Anwesens auf. Besonders hervorzuheben ist hierbei die halbrunde Portalanlage des Hauptzuganges, deren äußere Muschelkalkpfeiler mit Obstschalen desselben Materials bekrönt sind. (2) Auf dem Eingangstor befindet sich eine weibliche Skulptur mit einem Füllhorn, die möglicherweise als Fortuna gedeutet werden kann und wie der plastische Schmuck am Gebäude von dem Bildhauer Prof. Josef Wackerle stammt. (3) Das auf höchster Stelle platzierte Gebäude erhält durch das abgewinkelte Teehaus, Garage, Gartenportal und Einfriedungsmauern einen großzügigen und in sich abgeschlossenen Vorhof. Anfang der 1930er Jahre wurde ein Teil des großen Grundstückes abgetrennt, verkauft und neu bebaut. (4)

Der heute noch mit zahlreichen Obstbäumen bestandene Nutzgarten befindet sich auf der Südostseite des Gebäudes. Auf der Nordwestseite führen breite Treppenanlagen aus Durlacher Muschelkalk von der Terrasse zu einem intimen kleinen Garten mit zentralem Wasserbecken, das in einem Entwurf von Straumer (5) zunächst oval eingezeichnet war, heute aber eine rechteckige Form aufweist. Durch seine Lage auf Straßenniveau und die durchsichtige Stabgittereinfriedung schafft dieser ehemals vermutlich als Rosengarten angelegte Bereich den optischen Übergang zum anschließenden Thielpark und lässt Grundstück und Park zu einer Einheit verschmelzen.

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(1) In der von Lesser 1938 aufgestellten Liste über die von ihm gestalteten Gärten benennt er u.a. einen "Huth, Dr., Berlin-Dahlem, Villengarten"; siehe: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz (Hrsg.): Lesser-Sayrac, Katrin, u.a.: Ludwig Lesser - Erster freischaffender Gartenarchitekt in Berlin und seine Werke im Bezirk Reinickendorf, Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin, H. 4, Berlin 1995, S. 96. Weitere Hinweise zu seiner Urheberschaft fehlen jedoch. Vgl. auch Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 127 mit weiterführenden Literaturangaben.

(2) Kuhn, Jörg: Erfassung/ Inventarisation plastischer Denkmäler, Brunnen und anderer Werke der bildenden Kunst in denkmalgeschützten Privatgärten und auf Friedhöfen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Gutachten i.A. des Landesdenkmalamtes Berlin, Berlin 2004, Archiv Landesdenkmalamt Berlin.

(3) Straumer, Heinrich: Das gemeinsame Ziel. In: Innendekoration 31 (1920), S. 150 ff.

(4) Vgl. Im Schwarzen Grund 27.

(5) Jaumann, Anton: Heinrich Straumer. In: Wasmuths Monatshefte für Baukunst 1 (1914/15), S. 493 ff.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 99
  • Topographie Dahlem, 2011 / Seite 233
  • Wasmuths Monatshefte für Baukunst 1 (1914/15) / Seite 520
  • Stahl/ Heinrich Straumer, 1927 / Seite 24ff.
  • Innendekoration 31 (1920) / Seite 151ff.
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 127