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Garten der Villa Schoenberg

Obj.-Dok.-Nr.: 09045927
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Wannsee
Strasse: Bismarckstraße
Hausnummer: 30A
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Villengarten
Datierung: 1922-1923
Bauherr: Schoenberg, Walter
Entwurf & Ausführung: Ludwig Späth (Gartenbaufirma)

Die Garten Schoenberg, Bismarckstraße 30A, wurde 1923 durch die alteingesessene Berliner Gartenbaufirma Ludwig Späth entworfen und ausgestaltet. (1) Trotz Grundstücksteilung ist die schmiedeeiserne Einfriedung auf mächtigem Muschelkalksockel noch in ganzer Länge erhalten. Da das Gebäude auf dem lang gezogenen Grundstück weit nach hinten an den Abhang zum Kleinen Wannsee gerückt wurde, entstand ein tiefer Vordergarten, in dem eine repräsentativ gestaltete Vorfahrt angelegt wurde. Der zunächst in gerader Linie auf die Mittelachse des Hauses zielende Zugang wird beiderseits von gewaltigen Eiben in Bienenkorbform, die sich mit Beeten mit Hochstammrosen abwechseln, symmetrisch gerahmt. Die streng axiale Gestaltung erinnert an italienische Vorbilder der Barockzeit. Als eine Art Querachse ist die östlich angeordnete halbrunde Balustrade anzusehen, die an der Rückseite von einer Kalksteinmauer zu dem das Grundstück durchziehenden tiefen Tatarengraben abgestützt wird. Den besonderen Schmuck bilden hier zwei Putten, die auf liegenden, in ägyptisierender Haltung geformten Löwenfiguren reiten. Im Mittelpunkt der zwischen den beiden aus den 1920er Jahren stammenden Gusssteingruppen eingespannten Balustrade lädt eine Steinbank zum Betrachten dieser ausgefallenen Gartensituation ein. Von der Terrasse auf der Rückseite des Hauses fällt eine Rasenböschung mit lockerem Baumbestand ab. Die im Vergleich zum Vorgarten eher zurückhaltend wirkende Gestaltung ist ganz auf den Seeblick bezogen. Die Terrasse wird mit zwei neobarocken Putten aus Sandstein sowie einer weiteren knienden Figur mit einem Füllhorn voller Blumen geziert. Die östlich des Hauses gelegene Brücke, die den Tatarengraben überspannt, stellt die Verbindung zum ehemals landschaftlich, heute weitgehend überbauten Teil des Anwesens her. Durch den Graben, an deren Ende noch das hölzerne Bootshaus steht, wird der Rasenhang reizvoll modelliert.


1) Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 220-221 mit weiterführenden Literaturangaben.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 247
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 220
  • Topographie Zehlendorf/Wannsee, 2013 / Seite 150
  • Privatgärten 2009 / Seite 220-221