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Garten des Wohnhauses Beerenstraße 44

Obj.-Dok.-Nr.: 09045925
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Zehlendorf
Strasse: Beerenstraße
Hausnummer: 44
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Landhausgarten
Datierung: 1924
Entwurf: Foerster, Karl & Lottermoser, Leo (Gartenarchitekt)
Bauherr: Dreike, Bernhard (Kaufmann)

Gegenüber dem Hockeyplatz, Beerenstraße 44, steht ein Einfamilienhaus von Leo Lottermoser, das er 1923-24 für den Kaufmann Bernhard Dreike entwarf. Die Bedeutung des Hauses liegt in der für die frühe Nachkriegszeit charakteristischen Stellung zwischen Tradition und Moderne, die sich hier in einer besonders eigenständigen Weise offenbart. Sein steiles und ungeteiltes Dach (mit der Kaskade der im Walm übereinander angeordneten Dachgauben) sowie der lagernde Baukörper betonen deutlich das traditionelle und ländliche Moment. Der Vorbau stellt dagegen mit seinen Konturen ein modernes, expressionistisches Gestaltungselement dar. Es ist dem Architekten Lottermoser gelungen, diesen wirkungsvollen Kontrast von aufragendem Dach, lagerndem Baukörper und stereometrisch wirkendem Vorbau zu einem kunstvollen Ganzen zu verbinden.

Das Grundstück wurde nach 1984 geteilt und im Garten das Haus Nr. 46 errichtet. Die Grundstruktur der Gartenanlage ist dennoch auf beiden Grundstücken gut erkennbar. Haus und Garten sind in hohem Maße symmetrisch aufeinander ausgerichtet. An der Südseite befindet sich ein terrassierter Steingarten mit je einem auf Hausniveau liegendem Sitzplatz an der West- und Ostseite. Beide Sitzplätze schieben sich bastionsartig in den Garten und ermöglichen vielfältige Blickbeziehungen. Der östliche Sitzplatz ist nach Süden und Osten von einer hohen Hainbuchenhecke umgeben, der westliche dagegen mit einer Pergola versehen. Im tiefer liegenden Rasenparterre befinden sich zwei rechteckige Wasserbecken. Von hier aus verliefen zwei symmetrische Wege zu einem in einem Halbrund erhöht liegenden Teehaus. Sowohl die Wege als auch das Teehaus sind nicht mehr vorhanden, wohl aber noch die ehemalige Bodenmodellierung.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 233
  • Weber/ Kleine Baugeschichte Zehlendorfs, 1970 / Seite 59
  • Wasmuths Monatshefte für Baukunst 11 (1926/27) / Seite 356f.
  • Topographie Zehlendorf/Zehlendorf, 1995 / Seite 170
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 233