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Hausgarten Am Schlachtensee 132

Obj.-Dok.-Nr.: 09045920
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Nikolassee
Strasse: Am Schlachtensee
Hausnummer: 132
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Hausgarten & Gartenanlage
Datierung: 1935
Entwurf & Ausführung: Allinger, Gustav (Gartenarchitekt)
Bauherr: Geber, Annemarie

Die Gartenanlage Am Schlachtensee 132 vermittelt auf hervorragende Weise die Gestalt- und Nutzungsvorstellungen des entwerfenden Gartenarchitekten Gustav Allinger. (1) Er entstand 1935 zusammen mit dem Architekten-Wohnhaus auf dem schmalen, fast 90 Meter langen Grundstück. Der trapezförmige, zur Straße mit einer weiß geputzten Mauer begrenzte Vorgarten wird durch die Gebäudegruppe aus Wohnhaus, seitlich anschließendem Ateliertrakt und gegenüberliegender Garage gefasst. Die Grunewaldkiefern sind in lockerer Stellung über den Rasenraum verteilt. Ein etwas eingetiefter Zugangsweg führt in einem sanften Bogen zum Haus. Von dem mit polygonalen Natursteinplatten befestigten Weg zweigt ein Pfad zum Ateliertrakt und dem dort befindlichen Blumen- und Kräutergarten ab.

Ein Torbogen in der Mauer zwischen Garage und Haus ermöglicht den Zugang zu einem mit einer Pergola gedeckten Sitzplatz vor dem nach Südwesten orientierten Esszimmer. Die angrenzende offene Terrasse vor dem Wohnzimmer wird zu dem hinter dem Haus zum Schlachtensee abfallenden Rasenhang von einer Stützmauer aus Klinkern gehalten. Der auf diese Weise entstehende Wohnhof ist optimal mit dem Gebäude verzahnt und ermöglicht den unbeobachteten Aufenthalt im Freien. Vor der Mauer leitet ein Steingarten zu der zum See abfallenden Rasenfläche über, die als Spielfläche für die Kinder gedacht war. Der von Bäumen gerahmte Rasenhang, der eine Höhendifferenz von ungefähr acht Metern bis zum Schlachtensee aufweist, wurde in feinfühliger Weise ausmodelliert, sodass er wie eine natürlich abfallende Waldlichtung wirkt. Ausgehend von der Hausterrasse führt in schwingender Linie ein abgetreppter Pfad zu einem inzwischen verfüllten Wasserbassin im unteren Gartenbereich. Der hier angeordnete Sitzplatz ist, von einer gerundeten Stützmauer hinterfangen, harmonisch in den Hang eingebettet. Gerahmt von Gehölzen und Bäumen bietet sich von hier ein gefällig ausgearbeitetes Wald- und Seepanorama.


1) Gustav Allinger (1891-1974). Allinger, Gustav: Der deutsche Garten, München 1950, S. 194 f.; Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 160 mit weiterführenden Literaturangaben.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 406
  • Allinger, Gustav, Der deutsche Garten, München 1950 / Seite 194f.
  • Wasmuths Monatshefte für Baukunst 21 (1937) / Seite 401-404
  • Zechlin, Hans Josef: Landhäuser, Berlin 1939 / Seite 136f.
  • Bauwelt 28 (1937) 47 / Seite 1-4
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 160