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Garten Bauer

Obj.-Dok.-Nr.: 09045915
Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Wannsee
Strasse: Am Sandwerder
Hausnummer: 27
Denkmalart: Gartendenkmal
Sachbegriff: Hausgarten
Datierung: 1934
Entwurf: Breuhaus de Groot, Fritz August (?) (Architekt)
Bauherr: Bauer, Carl

Der Garten Bauer, Am Sandwerder 27, wurde von Fritz August Breuhaus de Groot vermutlich in Zusammenarbeit mit dem bekannten Gartenarchitekten Georg Béla Pniower in engster Verzahnung mit dem Wohnhaus entworfen. (1) Auf dem hoch gelegenen Plateau der Haveldüne liegt zwischen den beiden Torbauten und dem Hauptgebäude, das nach Osten einen Brunnenhof U-förmig umfängt, ein lang gestreckter Vorgarten mit einem Weg als alles verbindende Mittelachse. Diese zieht sich sogar durch das Haus hindurch und setzt sich seeseitig in einer steilen Treppenanlage fort. Von der schmalen, leicht konvexen Terrasse bietet sich eine beeindruckende Aussicht auf den Wannsee.Der nach 1945 stark vereinfachte Vorgarten präsentiert sich nach einer Instandsetzung 1996 etwas verändert wieder als Wohngarten, der dem geschützten Brunnenhof zugeordnet ist. Konnte man ehemals von der Straße zwischen den Torbauten über den Mittelweg bis zum Haus und durch dieses hindurch sehen, bietet jetzt eine in die Achse neu eingefügte Hecke durch ihre versetzte Anordnung Sichtschutz. Durch die Heckenelemente hindurch bleibt jedoch die Verbindung zum Mittelweg gewahrt. Entlang der nördlichen Grenzwand, an der sich ehemals der Nutzgarten befand, wurde ein zusätzlicher Weg als Vorfahrt angelegt. Die auch im Außenbereich hohe Qualität von Material und handwerklicher Verarbeitung stellt sich insbesondere im Brunnenhof dar. Hier vermitteln Plattenbeläge, Beckeneinfassung, die Pfeilerstellung von offener Halle und Pergola sowie der Fassadenbekleidung aus Travertin ein stimmiges Bild. Ergänzt wird es durch die kurios geformten Wasserspeier und die nach originalen Fundstücken rekonstruierten Leuchtstelen, die paarweise in rhythmischer Anordnung den Mittelweg ans Haus heranführen.Die Treppe im rückwärtigen Steilhang teilt sich auf halber Höhe an einem konvexen Podest in zweiläufige Stufenfolgen, die sich in den Hang schmiegen und auf dem unteren Gartenniveau durch eine Querspange wieder miteinander verbunden werden. Während Treppenwangen und Stützmauern aus originalem Kalksteinmauerwerk erhalten sind, zeigen die Stufen und der an der Nordgrenze entlang zum Ufer führende Weg Plattenbeläge aus jüngerer Zeit. Wegen des grandiosen Ausblicks auf die Wannseelandschaft verzichtete man beim seeseitigen Garten auf eine detaillierte Gestaltung. Lediglich die mächtigen Bäume wie eine Hängebuche, Linden und zwei beeindruckende japanische Fächerahorne rahmen die Blickachse.


1) Georg Wolf Theodor Béla Pniower (1896-1960) hat nachweislich an mehreren Berliner Projekten mit Breuhaus zusammengearbeitet. In der Publikation der Bauten des Architekten "Aufstellung der an den gezeigten Arbeiten beteiligten Firmen", die 1935 erschienen ist, wird Pniower aufgeführt. Vgl.: Gartendenkmale in Berlin: Privatgärten 2009, S. 208 mit weiterführenden Literaturangaben.

Literatur:
  • BusB IV C 1975 / Seite 26 & 245
  • Zechlin, Hans Josef: Landhäuser, Berlin 1939 / Seite 64f.
  • Privatgärten in Berlin, Petersberg 2005 / Seite 208
  • Topographie Zehlendorf/Wannsee, 2013 / Seite 134