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Landhaus Goßlerstraße 3

Obj.-Dok.-Nr.: 09045281
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Goßlerstraße
Hausnummer: 3
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Landhaus
Datierung: 1888-1890
Entwurf: Dihm, Ludwig (Architekt)
Ausführung: Baumann, Rudolph (Zimmermeister)
Bauherr: Dihm, Ludwig (Architekt)

Neben dem Haus Goßlerstraße 2 steht als weiteres Landhaus das "Haus Dihm" , Goßlerstraße 3 (Abb. 54 f., Liste Nr. 53), das 1888-89 nach Plänen des Architekten Ludwig Dihm (1849-1928) durch den Zimmermeisters Rudolf Baumann errichtet wurde. Dihm galt zwischen 1890 und 1914 als bekannter Wohnhaus- und Kirchenarchitekt; er war Schüler von Carl Schäfer und später Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Von ihm stammte auch das nicht mehr erhaltene neogotische Kaiser-Wilhelm-Denkmal nördlich der Kirche Zum Guten Hirten.

Das Haus ist ein zweigeschossiger, vierachsiger Bau mit Walmdach auf einem hohen Souterrain auf L-förmigem Grundriß, der - mit einem gesonderten Treppenhaus - als eine Weiterentwicklung des Vierfelder-Grundrisses anzusehen ist. Der winkelförmige Mittelflur erschließt zwei weitere Räume im gartenseitigen Annex. Über dem Sockel aus Rohziegeln sind die aufgehenden Wände verputzt und die Tür- und Fenstergewände mit roten Sichtziegeln gerahmt. Zur Straße hin ist dem Souterrain und Hochparterre ein Erker mit kleinem Quergiebel in Ziegeln vorgesetzt.

Das Haus gehört zusammen mit den drei angrenzenden unbebauten Grundstücken (Goßlerstraße 4, Wiesbadener Straße 87 und 88) seit 1926 der Kirchengemeinde Zum Guten Hirten , die in diesem Landhaus 1930-47 eine Diakonissenstation unterhielt und heute dort eine Kindertagesstätte betreibt; die unbebauten Grundstücke mit schönem Baumbestand dienen als Spielflächen für die Kinder.

Literatur:
  • Thieme-Becker, Bd. 9 / Seite 287
  • Möller, Julius, Chronik der Kirchengemeinde zum Guten Hirten Berlin-Friedenau von ihrer Entstehung 1871 bis zum 30. September 1930, Berlin 1930 / Seite 100-103
  • Topographie Wilmersdorf/Grunewald, 1993 / Seite 100
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 55