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Post Fennstraße 9 & 11

Obj.-Dok.-Nr.: 09045215
Bezirk: Treptow-Köpenick
Ortsteil: Niederschöneweide
Strasse: Fennstraße
Hausnummer: 9 & 11
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Post
Datierung: 1925-1927
Entwurf: Hoffmann, Willy (Architekt)
Bauherr: Reichspost

Das Postamt Niederschöneweide, gelegen in der Fennstraße 9-11, setzt die im frühen 20. Jahrhundert angelegte Blockrandbebauung fort. (1) Das vierstöckige Gebäude wurde 1924-27 nach Plänen von Oberpostbaurat Willy Hoffmann errichtet. An dem Bauwerk kann man ablesen, dass sich die Deutsche Reichspost in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg den aktuellen künstlerischen Strömungen öffnete. Der Architekt verband einen klaren Fassadenaufbau mit expressionistischen Elementen. An der elfachsigen Straßenfront überschneiden sich vertikale und horizontale Strukturen. Spitzwinklige Wandpfeiler trennen die Fensterachsen. Um die Wandvorlagen verkröpft sich oberhalb des zweiten Geschosses ein abgestuftes Gesims, im dritten Geschoss wächst aus den Pfeilern ein breites anschwellendes Gesimsband hervor. Die Fensterformen wechseln von Stockwerk zu Stockwerk. Über dem Sockel mit prismatisch gebrochenen Ornamenten spannen sich weite Rundbogenöffnungen. Das zweite Geschoss zeigt rechteckige Fenster, im dritten Geschoss sind die Wandfelder großflächig verglast. Über dem Hauptgesims ragt das kleinteilige vierte Stockwerk auf, das eine eigene rhythmische Struktur besitzt. In engem Abstand wechseln Wandpfeiler mit Fensterachsen. Die Bogenreihe vor dem hoch aufragenden Satteldach erinnert an spätgotische Zwerchhäuser. Die Gliederungen, die sich von den weiß verputzten Flächen abheben, sind aus grauschwarzem Basaltbeton gefertigt. Der damals neu entwickelte Betonwerkstein wurde nach dem Guss mit dem Gebläse bearbeitet, bis sich eine raue, körnige Oberflächenstruktur herausbildete. Die mächtige Adlerskulptur, die einstmals den Haupteingang betonte, blieb nicht erhalten. Während an der Straßenfront expressive Formen überwiegen, erhielt die Hoffassade eine einfache sachliche Gestaltung. Horizontale Fensterbänder wechseln mit klinkerverkleideten Streifen. Schalterhalle und Räume der Postabfertigung sind heute weit gehend verändert. Das Postamt wurde 2001 geschlossen.


1) Bauwelt 20 (1929), Heft 26, Beilage, S. 7; Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, S. 396; BusB X B (4), S. 71-74, 191; Architekturführer Berlin 1997, S. 371; Dehio Berlin 2000, S. 471.

Literatur:
  • BusB X B 4 1987 / Seite S.71-74, 191.
  • Bauwelt 20 (1929) / Seite S.609.
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, Berlin 1987 / Seite S.396.
  • Dehio, Berlin, 1994 / Seite S.512.
  • Architekturführer Berlin, 1991 / Seite S.453.
  • Topographie Treptow-Köpenick/Nieder- und Oberschöneweide, 2003 / Seite 67 f.