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Spreesiedlung

Obj.-Dok.-Nr.: 09045214
Bezirk: Treptow-Köpenick
Ortsteil: Niederschöneweide
Strasse: Hainstraße
Hausnummer: 1 & 2 & 3 & 4 & 5 & 6 & 7 & 8 & 9 & 10 & 11 & 12 & 13 & 14 & 15 & 16 & 17 & 18 & 19 & 20 & 21 & 22 & 23 & 24 & 25 & 26 & 27 & 28 & 29 & 30 & 31 & 32 & 33 & 34 & 35 & 36 & 37 & 38 & 39 & 40 & 41 & 42 & 43 & 44 & 45 & 46 & 47 & 48 & 49 & 50 & 51 & 52 & 53 & 54 & 55 & 56
Strasse: Britzer Straße
Hausnummer: 10 & 11 & 12
Strasse: Hasselwerderstraße
Hausnummer: 13 & 14 & 15
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Wohnanlage
Datierung: 1928-1930
Entwurf: Mebes und Emmerich (Architekt)
Ausführung: Lenz und Co.
Bauherr: Heimat, Wohnungsbaugesellschaft m.b.H.

Der staatlich geförderte Wohnungsbau der Weimarer Republik hat in Niederschöneweide weniger Spuren hinterlassen als in anderen Berliner Vororten. Für eine Erweiterung des städtischen Wohngebietes sorgte vor allen die 1928-32 erbaute Spreesiedlung. (1) Die Wohnzeilen an Hainstraße 1-56, Britzer Straße 10-12 und Hasselwerderstraße 13-15 wurden von Paul Mebes und Paul Emmerich im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft Heimat mbH errichtet. Die Spreesiedlung vereint eine hohe Wohnqualität mit geschickter Raumausnutzung. Bemerkenswert ist die durchdachte stadträumliche Anordnung der vier- bis fünfgeschossigen Wohnzeilen. Westlich der Hainstraße schließt die Siedlung an die ältere Blockrandbebauung an. Durch einen Versatz in der Wohnzeile ist der Straßenraum platzartig erweitert. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite brechen quer gestellte Hauszeilen den geschlossenen Blockrand auf. Die Siedlung öffnet sich zum Wasser. Durchgrünte baumbestandene Wege führen zum Spreeufer. Mebes und Emmerich gestalteten die Wohnzeilen in der Formensprache der Neuen Sachlichkeit. Die kubischen Baublöcke schließen mit einem leicht überstehenden Flachdach. Treppenhausachsen mit liegenden Fenstern und vorgezogene Doppelloggien gliedern die Fassaden, die sich zudem durch eine kräftige Farbgebung auszeichnen. Alle Wandflächen erhielten einen braunocker eingefärbten Putz, von dem sich die Doppelloggien mit einer strahlend weißen Fassung abheben. Die Hauseingänge sind mit einer Rahmung aus Betonwerkstein betont. Schlitzartige Flurfenster begleiten die Türen. Das charakteristische Motiv wiederholten Mebes und Emmerich auch bei anderen Siedlungen. Die Kleinwohnungen der Spreesiedlung verfügen über Küche, Bad und Loggia. Das zentrale Heizhaus und die Wäscherei ermöglichten einen außergewöhnlichen Wohnkomfort. Ein eigener Laden verbesserte die Lebensmittelversorgung der Bewohner. Das eingeschossige, großflächig verglaste Ladengebäude schließt sich an die Wohnzeile westlich der Hainstraße an. Die Spreesiedlung wurde 1998-99 restauriert.


1) Die Spreesiedlung in Berlin-Niederschöneweide. in: Bauwelt 23 (1932), S. 1035-1037; Die Spreesiedlung in Berlin-Niederschöneweide. in: Wasmuths Monatshefte für Baukunst und Städtebau 16 (1932), S. 515-516; BusB IV A, S. 365, Nr. 217; Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, S. 399-400; Hüter, Karl-Heinz: Architektur in Berlin 1900-1933. Dresden 1987, S. 190; Architekturführer Berlin 1997, S. 371; Dehio Berlin 2000, S. 472.

Literatur:
  • Bauwelt 23 (1932) 41 / Seite S.1035-1037
  • Wasmuths Monatshefte für Baukunst 16 (1932) / Seite S.51.
  • BusB IV A 1970 / Seite S.365.
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, Berlin 1987 / Seite S.399-400.
  • Hüter, Architektur 1900-1933, 1987 / Seite S.190.
  • Architekturführer Berlin, 1991 / Seite S.453.
  • Dehio, Berlin, 1994 / Seite S.514.
  • Reclam Berlin / Seite S.184.
  • Topographie Treptow-Köpenick/Nieder- und Oberschöneweide, 2003 / Seite 69