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247. und 252. Gemeindeschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09045121
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Friedrichshain
Strasse: Rigaer Straße
Hausnummer: 81 & 82
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1899-1902
Umbau: 1985
Entwurf: Hoffmann, Ludwig Ernst Emil (Architekt)
Entwurf: Matzdorff, Georg (Architekt)
Bauherr: Magistrat von Berlin

In der Rigaer Straße 81-82 erhebt sich weithin sichtbar die 247. und 252. Gemeindedoppelschule, die in Ludwig Hoffmanns Entwurfsteam 1899 von Georg Matzdorff konzipiert und 1902 fertiggestellt wurde. Ihre Hauptqualität ist wiederum die stadträumliche Inszenierung, für die der Architekturhistoriker Fritz Stahl 1907 den Begriff "Inseln des guten Geschmacks" prägte. Hoffmann gruppierte die Baukörper nach bewährtem Prinzip: Den zentralen dreiflügeligen und viergeschossigen Schulbau mit Mansarddach flankieren ein dreigeschossiges Lehrerwohnhaus auf der Westseite sowie eine zweigeschossige, 1985 erweiterte Turnhalle mit Bibliothek auf der Ostseite. Eine acht Meter hohe Mauer stellt die Verbindung zwischen den drei Gebäuden her und schirmt zugleich den Schulhof zur Straße hin ab. Dadurch soll - Hoffmanns schriftlichen Äußerungen zufolge - eine "abgeschlossene, ernste, klosterähnliche Wirkung" erreicht werden.

Um der Schule die für einen öffentlichen Bau dieser Größe angemessene Würde zu verleihen, bekrönte Hoffmann die Anlage mit einem Uhrturm. Er bediente sich, was die Portale und Lisenen aus grauem Kalkstein angeht, bei der Palastarchitektur der Renaissance. Dies gilt auch für den repräsentativen Haupteingang mit Sprenggiebel und einer von Bären gehaltener Wappenkartusche. Verantwortlich für die Bauplastik war diesmal der Bildhauer Otto Lessing.


(1) Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin I, S. 452; Berlin-Friedrichshain, S. 47; BusB V C, S. 356-357, Abb. 71, 72; Dehio, S. 79; Ebe, S. 109-118, Abb. S. 116; Gensch/Liesigk/Michaelis, S. 364 mit Abb.; Hoffmann 1983, S. 140, Abb. S. 306; Hüter, S. 41, Abb. S. 45; Kadatz, S. 276-277 mit Abb.; Neubauten der Stadt Berlin, 1903, S. IX, Tafeln 26-30.

(2) Stahl 1907, S. 3.

(3) Hoffmann 1983, S. 140.

Literatur:
  • Baumeister 2 (1904) 10 / Seite 109-118, Abb. S. 116.
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 452.
  • BusB V C 1991 / Seite 356, 357
  • Dehio, Berlin und Potsdam, 1983 / Seite 79.
  • Eickenjäger, Berlin-Friedrichshain, 1979 / Seite 47
  • Gensch, Der Berliner Osten, 1930 / Seite 364 mit Abb.
  • Ludwig Hoffmann, 1983 / Seite 140, Abb. 306
  • Hüter, Architektur 1900-1933, 1987 / Seite 45
  • Kadatz, Ludwig Hoffmann in
    Bauakademie der DDR, Große Baumeister, 1990 / Seite 276-277, mit Abb.
  • Hoffmann, L., Neubauten der Stadt Berlin, Bd. 2, 1903 / Seite IX
  • Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 176-177