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12. Realschule & Königliches Standesamt & Städtische Steuerkasse

Obj.-Dok.-Nr.: 09045101
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Friedrichshain
Strasse: Rigaer Straße
Hausnummer: 8
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule & Standesamt & Amtsgebäude
Fertigstellung: 1898
Bauherr: Magistrat von Berlin

Blankenstein selbst sah in seinen Schulbauten kasernenähnliche Züge. Doch milderte er diese Wirkung durch mehrfarbige Klinkerverbände und durch detailfreudigen Terracottaschmuck. Ein Beispiel aus seiner späten Amtszeit ist die ehemals 12. Realschule in der gerade parzellierten Rigaer Straße, die erst sein Nachfolger Ludwig Hoffmann 1898 fertigstellen konnte. Mit der Integration von Standesamt und Steuerkasse weist sie die später häufigere Kombination kommunaler Aufgaben innerhalb eines Schulkomplexes auf.

(S. 56)

Die ehemalige Liebig-Realschule in der Rigaer Straße 8 gehört einer Bauphase vor der Jahrhundertwende an, in der versucht wurde, durch malerisch-bewegte Gestaltung und Anknüpfung an regionale Architekturtraditionen wie der märkischen Backsteingotik Lebendigkeit in den zur Monotonie neigenden Schulbau zu bringen. Das galt insbesondere für höhere Schulen, wie z.B. die erst 1887 eingeführten Realschulen. 1898, drei Jahre nach Parzellierung der Rigaer Straße, wurde die dreigeschossige Liebig-Realschule fertiggestellt. Wegen ihrer relativ geringen Größe konnte sie in die Blockfront eingefügt werden. Die im Prinzip eintönige Reihung der zur Straße liegenden Klassenräume wurde durch gestalterische Mittel wie verschiedene Fensterrhythmen, asymmetrische, übergiebelte Seitenrisalite sowie vielfältige dekorative Details ausgeglichen. Besonders die Rückfront zeigt eine malerische, stark nach Funktionen gegliederte Fassade mit Treppenturm, Altan mit den Fenstern der Aula und in den Obergeschossen Austritte von Lehrerwohnungen. Neben der Schule fanden in diesem Gebäude das Königliche Standesamt und die städtische Steuerkasse Platz. Die Turnhalle im Blockinnenbereich wurde im Krieg zerstört.

Innerhalb dieses Denkmalgebiets befinden sich eine Reihe typischer Schulbauten, die der Berliner Stadtbaurat Ludwig Hoffmann zu Beginn des Jahrhunderts entwickelt hat.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain, 1996 / Seite 56, 172-173