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Bauwerksensemble Märkisches Ufer 6 & 8 & 10 & 12 & 14 & 16 & 18 & 20 Wallstraße 76 & 77 & 78 & 79

Obj.-Dok.-Nr.: 09035386
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Märkisches Ufer
Hausnummer: 6 & 8 & 10 & 12 & 14 & 16 & 18 & 20
Strasse: Wallstraße
Hausnummer: 76 & 77 & 78 & 79
Denkmalart: Ensemble
Sachbegriff: Bauwerksensemble

Zwischen Jannowitz- und Roßstraßenbrücke verläuft am südlichen Ufer der Spree und des Spreekanals die Straße Märkisches Ufer. Sie ist Ende des 17. Jahrhunderts entstanden, hieß zunächst NeuKölln am Wasser und war neben der Wallstraße eine der beiden Hauptstraßen der Vorstadt. Die Wohnhausbebauung am Märkischen Ufer 6/20 zwischen Inselstraße und Neuer Roßstraße, die auf den ersten Blick einen einheitlichen Eindruck und "eine Vorstellung von der einstigen grachtenartigen Bebauung des westlichen Spreearms" vermittelt, (1) hat diese Geschlossenheit erst durch eine Reihe von Baumaßnahmen in jüngerer Zeit erhalten. Von der Bebauung des 18. Jahrhunderts sind lediglich die Bürgerhäuser Nr. 16 und 18 erhalten. Die durch Kriegseinwirkung entstandene Baulücke Nr. 10 bis 12 wurde 1968-69 durch hierher translozierte Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert geschlossen. Die benachbarte, ehemals fünfgeschossige Mietshausbebauung aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ist zu Gunsten eines einheitlichen Stadtbildes auf drei Geschosse zurückgebaut worden. Eine solche als "Traditionsinsel" wieder aufgebaute Architektur vermittelt dem unaufgeklärten Betrachter den Eindruck einer authentischen historischen Situation, die es so jedoch nie gegeben hat. Ein solcher Umgang mit historischer Bausubstanz, der auch an vielen anderen Orten zu finden ist, entspricht dem stadtbildpflegerischen und stadtplanerischen Handeln der 1960er und 1970er Jahre. Die funktionalistische Neuordnung eines ganzen Stadtteils, der Fischerinsel, unter Ausmerzung aller historischen Reste trifft hier auf eine nostalgische Rückbesinnung, die ein vermeintlich ungestörtes Stück altes Berlin vorführen wollte.


(1) Vgl. Bau und Kunstdenkmale der DDR I, S. 245.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 394