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Köllnisches Gymnasium & Lehrer-Wohnhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09035383
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Wallstraße
Hausnummer: 42 & 43 & 44 & 45 & 46 & 47 & 48
Strasse: Inselstraße
Hausnummer: 2 & 3 & 4 & 5
Denkmalart: Gesamtanlage
Sachbegriff: Schule
Fertigstellung: 1865 & 1868
Entwurf: Gerstenberg, Carl Adolph Ferdinand (Architekt)
Bauherr: Ratsgemeinde Berlin

Das Köllnische Gymnasium, das ursprünglich im Köllnischen Rathaus an der Breiten Straße untergebracht war, zog um 1865 in einen Neubau an der Wallstraße 42-48. (1) Stadtbaurat Adolf Gerstenberg entwarf für die Ratsgemeinde Berlin das dreiflügelige Gymnasialgebäude und richtete dessen Hauptfront zur Inselstraße aus, von der sie durch einen Vorgarten getrennt ist. Das zweigeschossige Direktorenhaus an der Wallstraße und die Turnhalle an der Rungestraße wurden in einem zweiten Bauabschnitt 1868 angefügt. Nach Kriegszerstörung sind heute nur der nördliche Flügel des Schulgebäudes und das Direktorenhaus erhalten, die beide durch einen eingeschossigen Verbindungsbau erschlossen werden. Den Grundriss bestimmt ein Mittelkorridor zur Erschließung der Klassenräume. Die spätklassizistische Klinkerblendfassade mit schlichtem Terrakottaschmuck in der Tradition der Bauakademie weist eine zeittypische klare Rastergliederung auf. Jeweils zwei oder drei der Segmentbogenfenster sind zwischen Wandvorlagen zusammengefasst, wobei das erste Obergeschoss durch stärker auskragende Gesimse und feinteilige Terrakottarosetten stärker akzentuiert ist. Das wohlproportionierte Gebäude des Köllnischen Gymnasiums ist ein frühes und wichtiges Beispiel für die Entwicklung der Schularchitektur in Berlin und fand bereits bei den Zeitgenossen Würdigung: "Was die architektonische Gestaltung der Facaden betrifft, die im Backsteinrohbau aus hellrothen Verblendsteinen und reichlicher Anwendung von Terrakotten ausgeführt sind, so scheint uns die einfache und klare Gliederung derselben mit konsequenter Anwendung des Flachbogens zu allen Ueberwölbungen - selbstverständlich mit einer Detaillierung im Sinne der Antike - im Allgemeinen hohe Anerkennung zu verdienen", hieß es in der Deutschen Bauzeitung 1870. (2)


(1) Vgl. BusB V, Bd. C, S. 334.

(2) Vgl. o.V., Architekten-Verein zu Berlin (Das Kölnische Gymnasium an der Inselbrücke), in: Deutsche Bauzeitung 4 (1870) 32, S. 260.

Literatur:
  • N.N./ Architekten-Verein zu Berlin (Das Kölnische Gymnasium an der Inselbrücke) in
    Deutsche Bauzeitung 4 (1870) 32 / Seite 260
  • N.N./ Berlin in seiner gegenwärtigen Bautätigkeit (Das Kölnische Realgymnasium an der Inselbrücke) in
    Wochenblatt des Architekten-Vereins zu Berlin 1 (1867) 15 / Seite 137-138
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 392 f.