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Altes Ballhaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09035265
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Joachimstraße
Hausnummer: 20
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bürgerhaus
Fertigstellung: um 1775
Umbau: 1822
Bauherr: Graebert, Friedrich Wilhelm (Gastwirt)

Die historischen Wohnbauten in der um 1700 angelegten Joachimstraße zeichnen die Entwicklung dieses Vorstadtbereichs vom späten 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts nach. (1)

Die in unmittelbarer Nachbarschaft erhaltenen Wohnhäuser Joachimstraße 6, 10, 11A, 14, 15 und 16 aus der Zeit zwischen 1830 und 1840 bilden mit ihren jeweiligen Besonderheiten ein Ensemble von Baudenkmalen, welches in der Spandauer Vorstadt einmalig ist. Neben der Überlieferung des historischen Gebäudegrundrisses belegen vor allem die handwerklichen Details und Ausstattungen der hölzernen Treppenanlagen typologische Besonderheiten des Berliner Mietshauses in diesem Zeitraum. (2)

(...)

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts verlief der nördliche Teil der Joachimstraße noch unbebaut zwischen Plantagen und Gärten. In der Karte des preußischen Generalstabes von 1827 ist nur eine bebaute Hausstelle, die Wohn- und Arbeitsstätte eines Seidenwirkers, auf der Westseite der Straße verzeichnet.

(...)

Das gegenüberliegende Bürgerhaus Joachimstraße 20 ist eines der ältesten erhaltenen Wohngebäude in der Spandauer Vorstadt, es entstammt der Zeit um 1780. (3) Laut Adressbuch von 1799 befand sich hier eine "Tabagie", aus welcher sich später ein Ballhaus entwickelte. Vom ursprünglich zweigeschossigen Bau sind an der spätbarocken Fassade bekr"nende Kartuschen und fein modellierte Tuchgehänge an den Fenstern, in den Innenräumen profilierte Stuckkehlen der Decken überliefert. Auf dem Dachboden verweisen die im Giebel eingelassenen Sparren auf die frühere Dachform. Im Vergleich mit den später erbauten Mietshäusern fällt die geringe Gebäudetiefe auf.


(1) Die Straße hieß zuerst Heidereitergasse nach dem hier bis 1712 wohnhaften Heidereiter. 1834 in Waldemarstraße umbenannt, erhielt sie nach weiteren Umbennungen 1862 ihren heutigen Namen.

(2) Vgl. Hübner 1995, S. 14-15, 63, 66-67.

(3) Die Datierung um 1780 ist dendrochronologisch nachgewiesen. Das Haus erwähnt in Kohte 1923, S. 114; Schachinger 1969, S. 59.

Literatur:
  • Kohte, Wohnhäuser, 1923 / Seite 114
  • Schachinger, Erika, Alte Wohnhäuser in Berlin, Berlin 1969 / Seite 59
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 297
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 496, 498