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Mietshaus Joachimstraße 16

Obj.-Dok.-Nr.: 09035264
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Joachimstraße
Hausnummer: 16
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Fertigstellung: 1830

Die historischen Wohnbauten in der um 1700 angelegten Joachimstraße zeichnen die Entwicklung dieses Vorstadtbereichs vom späten 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts nach. (1)

Die in unmittelbarer Nachbarschaft erhaltenen Wohnhäuser Joachimstraße 6, 10, 11A, 14, 15 und 16 aus der Zeit zwischen 1830 und 1840 bilden mit ihren jeweiligen Besonderheiten ein Ensemble von Baudenkmalen, welches in der Spandauer Vorstadt einmalig ist. Neben der Überlieferung des historischen Gebäudegrundrisses belegen vor allem die handwerklichen Details und Ausstattungen der hölzernen Treppenanlagen typologische Besonderheiten des Berliner Mietshauses in diesem Zeitraum. (2)

(...)

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts verlief der nördliche Teil der Joachimstraße noch unbebaut zwischen Plantagen und Gärten. In der Karte des preußischen Generalstabes von 1827 ist nur eine bebaute Hausstelle, die Wohn- und Arbeitsstätte eines Seidenwirkers, auf der Westseite der Straße verzeichnet.

(...)

Südlich [der Nr. 15] schließt das 1833 für den Geheimen Oberbaurat August Adolph Günther erbaute viergeschossige Mietshaus Joachimstraße 16 an. (3) Günther, der 1822 das heutige "Magnushaus" Am Kupfergraben 7 gekauft und darin mit seiner Familie bis 1840 gewohnt hat, war beim dem Haus in der Joachimstraße vermutlich selbst der Architekt. (4) Die breite, siebenachsige Fassade mit durchlaufenden Gurt- und Sohlbankgesimsen und geraden Verdachungen der Fenster mit Palmettenschmuck behielt ihren spätklassizistischen Charakter. Im Innern überliefert die dreiläufige eingestemmte Holztreppe ein weiteres Beispiel aus der Zeit um 1830.


(1) Die Straße hieß zuerst Heidereitergasse nach dem hier bis 1712 wohnhaften Heidereiter. 1834 in Waldemarstraße umbenannt, erhielt sie nach weiteren Umbennungen 1862 ihren heutigen Namen.

(2) Vgl. Hübner 1995, S. 14-15, 63, 66-67.

(3) Vgl. Landesarchiv Berlin ARep. 0180, Acc. 750, Bd. 192, S. 78.

(4) Vgl. Magnushaus, Am Kupfergraben 7, Liste Nr. 120.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 496, 498