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Mietshaus Joachimstraße 14

Obj.-Dok.-Nr.: 09035262
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Joachimstraße
Hausnummer: 14
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Fertigstellung: um 1830
Umbau: 1842
Umbau: 1862
Bauherr: Gerndt (Maurermeister)

Die historischen Wohnbauten in der um 1700 angelegten Joachimstraße zeichnen die Entwicklung dieses Vorstadtbereichs vom späten 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts nach. (1)

Die in unmittelbarer Nachbarschaft erhaltenen Wohnhäuser Joachimstraße 6, 10, 11A, 14, 15 und 16 aus der Zeit zwischen 1830 und 1840 bilden mit ihren jeweiligen Besonderheiten ein Ensemble von Baudenkmalen, welches in der Spandauer Vorstadt einmalig ist. Neben der Überlieferung des historischen Gebäudegrundrisses belegen vor allem die handwerklichen Details und Ausstattungen der hölzernen Treppenanlagen typologische Besonderheiten des Berliner Mietshauses in diesem Zeitraum. (2)

(...)

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts verlief der nördliche Teil der Joachimstraße noch unbebaut zwischen Plantagen und Gärten. In der Karte des preußischen Generalstabes von 1827 ist nur eine bebaute Hausstelle, die Wohn- und Arbeitsstätte eines Seidenwirkers, auf der Westseite der Straße verzeichnet.

Bei dem 1842 bereits als viergeschossigen Bau versicherten Vorderhaus Joachimstraße 14 lässt das kräftige, wie eine Traufe ausgebildete Gesims unter den Fenstern des obersten Stockwerkes vermuten, dass das um 1830 errichtete Gebäude wenige Jahre später aufgestockt wurde. Die großzügig angelegte eingestemmte Holztreppe um ein trapezförmiges Treppenauge mit dem schneckenförmigen Antritt und den rundprofilierten Geländerstäben in Formen der Biedermeierzeit ist charakteristisch für die Bauzeit um 1830.


(1) Die Straße hieß zuerst Heidereitergasse nach dem hier bis 1712 wohnhaften Heidereiter. 1834 in Waldemarstraße umbenannt, erhielt sie nach weiteren Umbennungen 1862 ihren heutigen Namen.

(2) Vgl. Hübner 1995, S. 14-15, 63, 66-67.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 496, 498