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Mietshaus Mulackstraße 23

Obj.-Dok.-Nr.: 09035198
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Mulackstraße
Hausnummer: 23
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: vor 1882
Bauherr: Grund, Joseph (Maurermeister)

Die Bebauung zwischen Gormann-, Mulack- und Steinstraße wird mit ihren schmalen Mietshäusern und der kleinteiligen Hofbebauung noch von der hier fast lückenlos überlieferten, im frühen 18. Jahrhundert entstandenen Parzellierung geprägt. Diese Bauten repräsentieren zugleich besonders anschaulich die Bauweise und Architektur aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den kleinen Gassen der Spandauer Vorstadt. Die dreigeschossigen Vorderhäuser Steinstraße 21 und Mulackstraße 22 wurden 1862 für den Kaufmann Hermann Ferdinand Doerfel erbaut. Sie umschließen mit ihren Seitenflügeln, in denen auch Remise, Pferdestall und Futterboden untergebracht waren, einen granitgepflasterten Hof. Eine Besonderheit im historischen Grundriss ist die variable Aufteilung in zahlreiche Kleinstwohnungen und Kochstuben mit Mittelflurerschließung. Die von sechs Kolossalpilastern gegliederte dreigeschossige Fassade an der Mulackstraße überragt mit dem schiefergedeckten Mansardgeschoss das von Maurermeister Joseph Grund 1882 errichtete dreigeschossige Nachbarhaus Steinstraße 19, welches mit dem Haus Mulackstraße 23 ebenfalls eine Hofgemeinschaft bildet. Typisch für diese Häuser sind die straßenseitigen Kellerzugänge. Kleingewerblich genutzt, dienten sie den potenziellen Kunden als Zugang in die Kellerwerkstätten. Ein besonders schönes Beispiel dafür bietet das Haus Mulackstraße 23. Hier sind Kellerwerkstätten und Erdgeschossladen eng verbunden und vermitteln noch ein sehr lebendiges Bild vom Gewerbetreiben im Kiez des Berlin der Kaiserzeit. Im Treppenaufgang konnte die historische Ausmalung nach restauratorischem Befund wieder hergestellt werden.

Literatur:
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 505