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Mietshaus Oranienburger Straße 34 Tucholskystraße 18

Obj.-Dok.-Nr.: 09035058
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Oranienburger Straße
Hausnummer: 34
Strasse: Tucholskystraße
Hausnummer: 18
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1792
Umbau: 1806 & 1860 & 1905 & 1997-1998
Entwurf: Schwatlo, Carl (Architekt)
Bauherr: Fischbach , Friedrich Ludwig Joseph (Kaufmann)
Bauherr: Burckardt, Friedrich Ludwig
Bauherr: Morgenstern, Albert

Das dreigeschossige Eckwohnhaus Oranienburger Straße 34 gehört zu den ältesten Bauten des Straßenzuges. "Das Gebäude an der Straße und noch ein Gebäude nach der Wasser Gasse", so am 6. August 1792 vom Königlichen Kriegsrat Friedrich Ludwig Joseph Fischbach versichert, (1) sind als Kern des heutigen Gebäudes anzusehen. 1806 ließ der Königliche Bauinspektor Friedrich Ludwig Wilhelm Burckhardt die vorhandenen Baulichkeiten umbauen. Das aufgehende Mauerwerk mit den Fensteröffnungen und die Holzbalkendecken stammen zum großen Teil aus dieser Bauphase. Die an der Straßenseite gelegenen Räume von quadratischer Grundrissform sind mit zweiflügeligen Türen zu einer Zimmerflucht verbunden und überliefern bis heute die Raumqualität und Proportion klassizistischer Architektur. Eine interessante Raumbildung mit quadratischem Treppenauge verkörpert die dreiarmig abgewinkelte hölzerne Treppenanlage. 1859 erwarb der Kaufmann Albert Morgenstern das abgezweigte Eckgrundstück Oranienburger Straße 34/ Tucholskystraße 18, die Parzellen Tucholskystraße 22 und 23 blieben im Besitz der Familie des Bauinspektors Burckhardt. Nach einem Entwurf des Berliner Architekten Carl Schwatlo erhielt das Haus eine neue spätklassizistische Fassadenüberformung. Die aus der Literatur bekannte Zeichnung Schwatlos (2) wurde dabei in leicht modifizierter Form umgesetzt - mit ganzflächiger Putzquaderung, einem Schmuckbalkon und einer Attika aus Sandstein über dem Traufgesims. Grundriss und auch die Dachform von 1806 blieben nahezu unverändert bestehen. 1860 erhielten auch die Innenräume eine neue Ausstattung mit Stuckdecken, Parkettböden und einer polychromen Ausmalung. (3) Besonders der festliche Raum im ersten Obergeschoss besticht durch Großzügigkeit und aufwändige Gestaltung im Detail, die bei dem Umbau um 1905 übernommen und im Zeitgeschmack durch eine neue Ausmalung und ein umlaufendes Holzpaneel mit geschnitzten stilisierten Blattornamenten aufgewertet wurde. Die Umbauten um 1905 betrafen vor allem das Erdgeschoss des Hauses. Mit dem Abbruch aller Gewölbe und Balkendecken über dem Keller und dem Einbau einer Massivdecke schuf man niveaugleiche Zugänge zu den neu ausgebauten Ladenlokalen. Auch der frühere Hauseingang an der Oranienburger Straße wurde in die Ladennutzung einbezogen und ein neuer in der Tucholskystraße angelegt. Der Erdgeschossbereich erhielt eine Putzquaderung in Anpassung an die Fassadengestaltung der Obergeschosse. Von den großflächigen Schaufenstereinbauten wurden noch erhaltene Teile bei der baulichen Instandsetzung 1998 integriert.


(1) Landesarchiv Berlin, ARep. 0180, Acc. 750, Bd. 252, S. 75. Vgl. weitere Angaben zur Baugeschichte Bd. 268, S. 125, Bd. 273, S. 170, Bd. 47, S. 28f.

(2) Die Zeichnung von Carl Schwatlo ist veröffentlicht in: Architektonisches Skizzenbuch (1864), Heft LIV. Die Fassade wurde 1997-98 im Rahmen der Instandsetzung des Gebäudes restauriert.

(3) Die Farbfassung dieser Bauphase ist auch nach der 1997-98 erfolgten Instandsetzung und Modernisierung noch in einigen Räumen unter späteren Farbschichten erhalten, so im restaurierten Treppenhaus und dem ehemaligem Hausflur.

Literatur:
  • Müther, Bautradition, 1956 / Seite ..
  • Architektonisches Skizzen-Buch (1864) 54 / Seite ..
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 473 f.
  • Heuler, Norbert/ Wohnhaus Oranienburger Straße 34 / Ecke Tucholskystraße, Spandauer Vorstadt in
    In/ Reparieren, Renovieren, Restaurieren. Vorbildliche Denkmalpflege in Berlin, Berlin 1998 / Seite 12f.