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Mietshaus Niedstraße 5

Obj.-Dok.-Nr.: 09031274
Bezirk: Tempelhof-Schöneberg
Ortsteil: Friedenau
Strasse: Niedstraße
Hausnummer: 5
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1935
Entwurf: Mohr, Hermann (Architekt)
Bauherr: Denecke, Heinrich

Das ...haus Niedstraße 5 (Abb. 148, Liste Nr. 102), ein fünfgeschossiges, fünfachsiges Mietwohnhaus mit Tiefgarage unter dem Hof, wurde 1935 nach Plänen von Hermann Mohr (1883 - ? ) an der Stelle eines eingeschossigen Landhauses von 1880, dem Stammhaus der Firma Loewe-Opta, errichtet.

Außergewöhnlich an diesem Haus ist - neben der Tiefgarage - vor allem die Grundrißlösung: Die vier Wohnungen pro Geschoß im Vorderhaus und in den kurzen Seitenflügeln werden durch zwei separate Treppenhäuser erschlossen; die eine Treppe erschließt die beiden Wohnungen in der Westhälfte des Hauses (im Vorderhaus und im kurzen Seitenflügel), die andere die beiden Wohnungen in der Osthälfte. Der Architekt versuchte, in seinem Grundriß das Konzept des Berliner Mietshauses mit Vorderhaus und Seitenflügeln durch zwei Treppen anstelle des "Berliner Zimmers" neu zu lösen. Das Wohnhaus zeigt über dem Rustika-Sockelgeschoß eine schlichte, wirkungsvolle Fassade. Seitlich befinden sich tiefe Loggien mit leicht vorspringenden gerundeten Brüstungen und zwischen ihnen drei breite, dreiflügelige Fenster pro Geschoß, die bündig in die Fassade eingefügt sind. Die Öffnungen - Loggien und Fenster - sind alle gleich groß. Die Fassade zeigt die Eleganz der Neuen Sachlichkeit. Das Vorgartengitter ist erhalten. In diesem Haus hatte Erich Kästner (1899-1974) ab 1935 ein Büro, das seine Sekretärin Elfriede Mechnig betreute.

Literatur:
  • Deutsche Bauzeitung 71 (1937) / Seite B 942-945
  • Inventar Charlottenburg, 1961 / Seite 678-679
  • Voß/ Reiseführer für Literaturfreunde - Berlin, 1980 / Seite 264
  • Wollschlaeger, Günter, Chronik Friedenau, Berlin 1986 / Seite 93-94
  • Blumensath, Das andere Friedenau, 1996 / Seite 47
  • Topographie Schöneberg/Friedenau, 2000 / Seite 105