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28. Gemeindeschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09031263
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Wassertorstraße
Hausnummer: 4
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1865
Entwurf: Gerstenberg, Carl Adolf Ferdinand

Eines der ältesten Schulgebäude in der Luisenstadt ist die 1864-65 erbaute 28. Gemeindeschule in der Wassertorstraße 4. (1) Sie wurde 1865 nach Plänen von Stadtbaurat Adolf Gerstenberg in einem Gebiet errichtet, das um 1860 eine verdichtete Bebauung erhielt. Als Baugrund stand eine rechteckig zugeschnittene Parzelle in direkter Nähe zum Wassertorplatz zur Verfügung. Das Schulhaus stand lange frei, bis schließlich nach der Jahrhundertwende der Block vollständig bebaut war und links und rechts mehrgeschossige Mietshäuser an den Klassentrakt anschlossen. Nach 1945 wurde die unmittelbare Umgebung der Schule städtebaulich neu definiert und in großem Maßstab mit neuzeitlichen Wohnungsbauten überformt, sodass vom historischen Stadtgefüge nur noch wenig zu sehen ist.

Mit seinen unverändert überlieferten Grundrissen und der weitgehend noch vorhandenen baufesten Ausstattung ist der Bau ein wichtiges Dokument des frühen Berliner Gemeindeschulbaus. Von der Schule blieben sowohl der straßenseitige Klassentrakt als auch zwei kleine, auf dem Hof stehende Abortgebäude erhalten. Der Klassentrakt zeichnet sich durch eine schlichte, robuste Gestaltung in spätklassizistischen Formen aus. Er wurde als dreigeschossiger massiver Mauerwerksbau mit gelbem Sichtmauerwerk ausgeführt und verfügt über symmetrische Grund- und Aufrisse. Seitenrisalite gliedern die Fassaden an Vorder- und Rückfront. Während die unteren Geschosse durch Stichbogenfenster belichtet werden, erhielt das abschließende Obergeschoss rundbogige Öffnungen. Hinter den großen Rundbogenfenstern des Mitteltrakts verbirgt sich die Aula. Die an sich sehr strengen Fassaden werden durch gliedernde und schmückende Elemente aus Terrakotta und Formsteinen belebt. Dabei ist die Straßenseite reicher gestaltet als die Hoffront. Der einfachen Gestaltung des Äußeren entspricht die karge Ausstattung der Flure und Treppenhäuser. In der ehemaligen Gemeindeschule ist heute die Volkshochschule Kreuzberg untergebracht. 2010-11 erfolgte eine denkmalgerechte Sanierung im Rahmen des Bundesprogramms städtebaulicher Denkmalschutz.


(1) BusB V C, S. 335.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 201 f.