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Steuerhaus der Königlichen Wasserbauinspektion I

Obj.-Dok.-Nr.: 09031260
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Vor dem Schlesischen Tor
Hausnummer: 3
Strasse: Schleusenufer
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Zollhaus
Datierung: 1859-1860
Umbau: 1895-1896
Entwurf: Möller, Gustav Ferdinand
Entwurf: Eger
Bauherr: Königliche Wasserbauinspektion I

Als um 1860 die Zollgrenzen Berlins verlegt wurden, beauftragte man den Bauinspektor und späteren Direktor der Königlichen Porzellanmanufaktur, Gustav Ferdinand Möller, mit der Planung von elf neuen Steuerhäusern zur Einnahme der Schlacht- und Mahlsteuer. Nur drei der an den Ausfallstraßen postierten Steuerhäuser sind überliefert. Das am besten erhaltene steht auf der Lohmühleninsel. Das 1859-60 erbaute Steuerhaus der Königlichen Wasserbauinspektion I, Vor dem Schlesischen Tor 3 (1) gestaltete Möller als Backsteinrohbau in Formen des Rundbogenstils. Der Ziegel galt damals als ebenso sparsames wie dauerhaftes und zugleich sehr flexibel einsetzbares Baumaterial. Der klar gegliederte einfache Mauerwerksbau ist über längsrechteckigem Grundriss angelegt. Er besteht aus einem zweigeschossigen Haupttrakt mit Satteldach, dem an seiner Nordseite ein kleiner eingeschossiger Anbau angefügt wurde. Die straßenseitige Fassade ist axialsymmetrisch gegliedert. Die mittleren drei Achsen sind als Risalit vor die Fassadenflucht gezogen und mit einem bekrönenden Dreiecksgiebel hervorgehoben. Hier befand sich ursprünglich der Hauptzugang zum Gebäude. Scharf eingeschnittene Rundbogenfenster ohne plastische Rahmung überziehen Erd- und Obergeschoss. Das flächige orangerote Sichtmauerwerk wird durch Schmuckteile aus Terrakotta und einen Blendbogenfries im Traufbereich belebt. Gebäude- und Risalitecken hat man pfeilerartig betont. Der klaren Gliederung der Fassaden entspricht die übersichtliche symmetrische Grundrissdisposition mit dem Treppenhaus in der Mittelachse.

Lange hat das Haus seine ursprüngliche Funktion nicht erfüllen können. Die Nutzung als Steuergebäude endete bereits 1877 mit Aufhebung der Akzisegrenze. Zeitgleich mit dem Bau der Schlesischen Brücke und der Oberen Freiarchenbrücke erfolgte 1895 mit wenigen baulichen Eingriffen seine Umgestaltung zu einem Wohnhaus für das Dienstpersonal der nahegelegenen Oberschleuse. Dabei wurde der straßenseitige Haupteingang geschlossen. Seit 2005 werden Teile des Gebäudes und der zugehörige, von der ursprünglichen Umfassungsmauer umschlossene Garten als Gastwirtschaft genutzt.


(1) Klünner, Hans-Werner: Preußische Bauten in Berlin, Berlin 1981, S. 42; Hoffmann-Axthelm 1987, S. 152.

Literatur:
  • Hoffmann-Axthelm, Dieter, Skizze zur Geschichte der Lohmühleninsel, Wettbewerbsausschreibung Quartiers- Sporthalle Lohmühleninsel, IBA Berlin 1983 / Seite ..
  • Klünner/ Preußische Bauten in Berlin, 1981 / Seite 42
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 270