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Tankstelle mit Garagenanlage

Obj.-Dok.-Nr.: 09031259
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Vor dem Schlesischen Tor
Hausnummer: 2
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Tankstelle & Garage
Datierung: 1928-1929
Umbau: 1948-1950 & 1984-1985
Entwurf: Schröder, Paul & Pohl, Max (Architekt)
Ausführung: Union Baugesellschaft auf Aktien (Baufirma)
Bauherr: Patrizia Grundstücksverwertungsgesellschaft mbH

Auf dem südlich angrenzenden Grundstück Vor dem Schlesischen Tor 2 steht eine kleine Tankstelle, deren sachliche Architektur an den Aufbau eines Schiffs erinnert. Der Bau zählt zu den ältesten Tankstelleneinrichtungen Berlins und bezeugt die rasante Zunahme des privaten Autoverkehrs in den 1920er Jahren. Er ist der letzte überlieferte Bestandteil einer einstmals umfangreichen Raststätten- und Garagenanlage, die auf der Lohmühleninsel 1928-29 nach Plänen von Paul Schröder und Max Pohl anstelle von Gustav Ruflairs Stadt-Park-Theater errichtet wurde. Nach der Fertigstellung umfasste der Komplex eine Großgaragenanlage mit 104 Boxen, ein Cafégebäude und kleine Läden. Zur Straße hin trat die Anlage vor allem durch ein weitgespanntes Tankstellenvordach in Erscheinung. Der vollkommen schmucklose, weiß gestrichene Mauerwerksbau fällt durch seine klar definierte Massengliederung auf. Es besteht aus einem zweigeschossigen Kopfbau, dessen rechteckige Dachplatte leicht übersteht. An seine Rückseite schiebt sich ein eingeschossiger Annex mit Dachterrasse an. Ein außergewöhnliches Detail und zugleich typisches Element der Großstadtarchitektur der 1920 Jahre sind die abgerundeten, dynamisch wirkenden Gebäudeecken der Eingangsfront. Während sich im Erdgeschoss ursprünglich die Serviceräume befanden, nahm das Obergeschoss die Wohnung des Tankmeisters auf. Die anfängliche Raumaufteilung kann man heute nicht mehr nachvollziehen, da der Bau 1999 entkernt und zu einem Café umgebaut wurde. Auch das jetzt vor dem Gebäude befindliche Vordach stammt aus dieser Umbauphase.

Literatur:
  • Dehio, Berlin, 1994 / Seite 293
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 270 f.