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Wohngebäude der Berliner Stadtreinigung

Obj.-Dok.-Nr.: 09031256
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Urbanstraße
Hausnummer: 122 & 123
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus & Wohnhaus
Datierung: 1912-1913
Entwurf: Szella, Julian
Bauherr: Magistrat Berlin

Das Wohngebäude der Berliner Stadtreinigung in der Urbanstraße 122-123 unterscheidet sich in seiner Formgebung und sorgsam detaillierten Fassadenstruktur von den umgebenden Mietshäusern. Das kleine viergeschossige Gebäude, das 1912-13 nach Entwürfen von Magistratsbaurat Julian Szella errichtet wurde, unterschreitet zudem die ortsübliche Traufhöhe. Es hatte einerseits Verwaltungs- und Büroräume aufzunehmen, war zugleich aber auch Wohngebäude für Bedienstete der Berliner Stadtreinigung. Daneben sollte der Bau das hofseitige Fahrzeugdepot mit den wenig ansehnlichen Wagenschuppen und Werkstätten zur Straße abschirmen. Mit seiner Ausführung wurde eine der letzten Baulücken des Gevierts geschlossen. Die Straßenfront hinterlässt einen gleichermaßen würdevollen wie freundlichen Eindruck. Materialien und Farbgebungen wurden geschickt miteinander kombiniert. Zur kräftigen Sandsteinrustika des Erdgeschosses stehen die feine Putzgliederung und die klein gesprossten weißen Holzfenster der Obergeschosse in einem spannungsvollen Kontrast. Erstes und zweites Obergeschoss sind durch eine Kolossalordnung zusammengefasst. Ein weit vorkragendes, mit Biberschwanzziegeln gedecktes Gesims trennt das dritte Obergeschoss von den darunterliegenden Etagen. Wesentlich prägend für das gefällige Erscheinungsbild ist das steile, mit Gauben bestückte Dach. Insbesondere die mächtige mittlere Gaube mit dem Rundbogen sorgt für ein unverwechselbares Aussehen. Wie sich an den zwei großen Korbbögen des Erdgeschosses anschaulich ablesen lässt, verfügte das Haus ursprünglich über zwei große Rundbogentore. Mit dem eisernen Tor, den Fliesenspiegeln in der noch geöffneten Durchfahrt und der wandfesten Ausstattung des Treppenhauses haben sich zahlreiche bauzeitliche Details erhalten.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 329 f.