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Mietshaus Schlesische Straße 19

Obj.-Dok.-Nr.: 09031233
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Schlesische Straße
Hausnummer: 19
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1891
Entwurf: Wolff (Maurermeister)
Bauherr: Markgraf (Tischlermeister)

Ein bezeichnendes Beispiel für den Wandel der Schlesischen Straße zu einem dicht bebauten, großstädtisch geprägten Straßenzug ist das 1891 errichtete Mietshaus Schlesische Straße 19. Entworfen hat es Maurermeister Hermann Wolff für den Tischlermeister Markart. Der fünfgeschossige Gebäudekomplex wurde im Hinblick auf hohe Renditeerwartungen konzipiert. Er besteht aus Vorderhaus, Seitenflügel und zwei Quergebäuden und war ursprünglich nur mit Kleinwohnungen ausgestattet. Von auffallendem Gepräge ist die neobarocke Straßenfassade mit ihrer eigentümlichen, sehr bewegten Formgebung. Ein großer Erker, Balkone, der plastische Bauschmuck, insbesondere jedoch die Rückstaffelung der Front auf der linken Gebäudeseite bedingen eine im Kontext der umgebenden Bebauung außergewöhnlich erscheinende Fassadenabwicklung. Verursacht wurde diese gestalterische Besonderheit durch das ursprünglich östlich angrenzende Wohnhaus des Gutsbesitzers Richard de Cuvry. Nach Maßgabe der baupolizeilichen Vorschriften standen de Cuvry Fensterrechte zu, denen zufolge Wolff das Vorderhaus an seiner linken Seite über zwei Achsen um sieben Meter hinter die Straßenfront zurückstaffeln musste. (1) Seine endgültige Form fand die Fassade gleichwohl erst 1895, als das Wohnhaus des Gutsbesitzers abgetragen wurde. Damals zog man das Erdgeschoss komplett bis an die Bauflucht. Zugleich erhielten die ersten drei Obergeschosse eine Terrasse und großformatige Balkonanlagen. (2) 1996 wurde das Dachgeschoss ausgebaut.


(1) Hoffmann-Axthelm 1987, S. 57-58.

(2) Die Pläne für den Umbau stammten gleichfalls von Maurermeister Hermann Wolff.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 265 f.