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Wohnhaus Schlesische Straße 13

Obj.-Dok.-Nr.: 09031231
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Schlesische Straße
Hausnummer: 13
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Datierung: 1827
Umbau: 1852
Entwurf: Schilling (Maurermeister)
Entwurf: Zillmann (Maurermeister)
Bauherr: Windemuth

Das zweigeschossige Wohnhaus auf der gegenüberliegenden Seite, Schlesische Straße 13, erinnert an das frühe Siedlungsgefüge im 19. Jahrhundert, als die Gegend vor dem Schlesischen Tor noch weitgehend von Acker- und Gartenflächen geprägt war. Das Haus ist das älteste bauliche Zeugnis der südöstlichen Luisenstadt. 1827 errichtete der Maurer Radicke zunächst ein eingeschossiges, fünfachsiges Handwerkerhaus. (1) Das lange Zeit freistehende Haus war von Beginn an unterkellert und schloss mit einem Krüppelwalmdach ab. In seiner Gestalt und Grundrissaufteilung orientierte es sich erkennbar an den Kolonistenhäusern des 18. Jahrhunderts. Seine heutige Gestalt geht indes auf das Jahr 1852 zurück, als die Maurermeister Schilling und Zillmann es für den Zuckersiedereibesitzer F. W. Habel um ein Geschoss aufstockten und an der rechten Seite um zwei Achsen verlängerten. Zugleich wurde das Krüppelwalmdach durch ein gaubenbestücktes Satteldach ersetzt. Bei dem Umbau wurde auch der straßenseitige Eingang verlegt und ein Kellerzugang in die linke Gebäudeachse eingefügt. Unverändert blieb gleichwohl die in der alten Mittelachse angeordnete Quererschließung, sodass man vom Hof her das Haus noch über die ursprüngliche, auf 1827 zurückgehende Türöffnung betreten kann. Typisch für ein Handwerkerhaus ist die mit einfachen Mitteln gestaltete straßenseitige Fassade. Eine schlichte, spätklassizistische Putzquaderung, ein geschosstrennendes Gesims und gerade Fensterverdachungen im Obergeschoss mussten reichen, um dem Gebäude ein Gesicht zu geben. Die Mittelachse des Ursprungsbaus wurde leicht vor die Fassadenflucht gezogen. Noch bescheidener als die Straßenfassade zeigt sich jedoch die hofseitige Front, deren einziger Schmuck eine feine Putzritzung darstellt. 1989-90 wurde das Gebäude mit öffentlichen Fördermitteln für eine gemeinnützige Stiftung umfassend saniert.


(1) Bascón-Borgelt/Debold-Kritter/Ganssauge/Hartmann 1983, S. 93, 113.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 264