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Mietshaus Ritterstraße 4 & 5

Obj.-Dok.-Nr.: 09031225
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Ritterstraße
Hausnummer: 4 & 5
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1891-1892
Entwurf: Winkler, A. (Maurermeister)
Bauherr: Vogeler, R.

Zwischen den Gewerbehöfen standen normale Mietshäuser, die im Erdgeschoss Geschäfte, in den Obergeschossen aber Wohnungen aufnahmen. Das Mietshaus Ritterstraße 4-5, das der Maurermeister A. Winkler 1891-92 erbaute, besitzt eine reich geschmückte neobarocke Straßenfassade, was für die Luisenstadt eher selten ist. Das Gebäude setzt sich aus einem Vorderhaus mit Seitenflügeln sowie einem Quergebäude zusammen. Die langgestreckte, plastisch behandelte Straßenfront wird über detailliert durchgestaltete Erker und eine betont angelegte Mittelachse wirkungsvoll gegliedert. Eine kräftige Putzrustika überzieht Erdgeschoss und erstes Obergeschoss. Im zweiten und dritten Obergeschoss ist dem cremefarbenen Putz- und Stuckdekor ein gelbes Sichtmauerwerk hinterlegt, das sich farblich abhebt. Dass in Abgrenzung zu den älteren Mietshäusern seit Ende der 1890er Jahre der Dachbereich zunehmend in die Fassadengestaltung mit einbezogen wurde, belegt die große Muschel, die den Traufbereich durchstößt und von einem in das Dach hineinragenden Giebel hinterfangen wird. Während das Erdgeschoss Läden und die Durchfahrt zum Hof enthält, wurden die Obergeschosse mit Großwohnungen ausgestattet, die bis in die Seitenflügel hineinreichen.

Das zeitgleich errichtete fünfgeschossige Quergebäude stellt einen Sonderfall dar. Es wurde nämlich weder als Fabrik noch für Wohnzwecke genutzt, sondern für eine Privatschule erbaut. Der riegelförmige Bau, der zwanzig Klassenzimmer aufnahm, erhielt zum Hof eine gegliederte Putzfassade. Abweichend hiervon verblendete man die Rückfront mit gelben Klinkern. Großformatige Segmentbogenfenster sorgten für eine angemessene Belichtung der Klassen. Die Schule wurde über zwei Treppenhäuser und ein Mittelgangsystem erschlossen. Sie verfügte über eine Aula im vierten Obergeschoss; zudem befand sich eine Turnhalle in dem noch heute existierenden eingeschossigen Anbau, der den rechten Seitenflügel mit dem Quergebäude verbindet. 1932 baute man die Schulräume zu Kleinwohnungen um.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 203 f.