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Aufseherwohnhaus der Königlichen Wasserbauinspektion Berlin I

Obj.-Dok.-Nr.: 09031224
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Ratiborstraße
Hausnummer: 14A
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnhaus
Datierung: 1890-1891
Umbau: 1925
Entwurf: Germelmann, Wilhelm
Bauherr: Königliche Wasser-Bauinspektion Berlin I

In der Ratiborstraße 14A steht auf einem großzügig bemessenen Grundstück das 1890-91 erbaute Aufseherwohnhaus für Beamte der Königlichen Wasserbauinspektion Berlin I. Für die Errichtung des Wohnhauses konnte man auf den unmittelbar am Landwehrkanal liegenden Depotplatz der Ministerial-Bau-Kommission zurückgreifen. Das kleine, vorstädtisch wirkende Wohngebäude, entworfen von Wasserbauinspektor Wilhelm Germelmann, erinnert an die frühere wasserbezogene Nutzung des Ufergrundstücks. (1)

Aufgrund seiner geringen Größe und besonderen Formgebung hebt sich das Gebäude deutlich von der umgebenden großstädtisch geprägten Mietshausbebauung ab. Germelmann gestaltete das eingeschossige Haus als Ziegelrohbau in Formen der märkischen Bausteingotik. Schwarze Ziegel, teils als durchlaufende horizontale Bänder, teils als fensterrahmende Dekorelemente, sowie die in geringer Menge verwendeten Glasurklinker beleben das Erscheinungsbild. Mit seinen Steildächern und den auffälligen, durchbrochenen Stufengiebeln fügt sich der malerisch gruppierte Bau harmonisch sowohl in die Gartenanlage als auch in die Uferlandschaft am Landwehrkanal ein. Anfangs befanden sich in Erd- und Dachgeschoss jeweils eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Ebenso wie die Wohnungsgröße war auch der Ausstattungsstandard bescheiden. Erst 1925 wurde dem Haus an seiner Nordseite ein Badezimmer angefügt. Nach langem Leerstand übernahm die Kreuzberger Kinderstiftung das Ufergrundstück. Das Gebäude wurde 2002-05 innen und außen grundlegend saniert.


(1) Der gleichzeitig errichtete, etwa gleich große Geräte- und Dampfbootschuppen hat sich nicht erhalten.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 295