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Elsner-Haus

Obj.-Dok.-Nr.: 09031219
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Oranienstraße
Hausnummer: 140 & 141 & 142
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Druckerei & Geschäftshaus
Datierung: 1912-1914
Entwurf: Karchow, Paul (Architekt)
Ausführung: Jacob, E. F. (Maurermeister)
Bauherr: Elsner-Verlag (Verlag & Druckerei)

Auch der westliche Abschnitt der Oranienstraße war von Gewerbehöfen dominiert, die teilweise in das Exportviertel Ritterstraße einbezogen waren. Daran erinnert das 1912-14 von Paul Karchow erbaute Elsner-Haus in der Oranienstraße 140-142. Bauherr war die Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung O. Elsner AG. (1) Als "authentisches, unbezweifelbares City-Produkt" (2) ersetzte das Elsner-Haus ältere Mietshäuser, die an dieser Stelle standen. Es schließt sich eine auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks angeordnete, ehemals fünf Höfe umschließende Etagenfabrik an, die 1896-97 von Ratsmaurermeister Hermann Wolff errichtet wurde.

Das Elsner-Haus besteht aus einem langgestreckten Vorderhaus mit hofseitigem Seiten- und Mittelflügel. Obwohl im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört und durch Aufstockung verändert, präsentiert sich die straßenseitige Fassade in beeindruckender Monumentalität. Die symmetrisch aufgebaute, versachlicht wirkende Straßenfront ist aufwendig mit Muschelkalk verkleidet, von dem sich die weißen, klein gesprossten Fenster abheben. Ein typisches Motiv der Geschäftshausarchitektur ist die durchlaufende Bogenstellung im Erdgeschoss. Im zweiten und dritten Obergeschoss sind segmentbogig vorkragende Erker angeordnet, die die lange Flucht wirkungsvoll gliedern. Ursprünglich schlossen die Erker oben mit Spitzgiebeln ab, die in das hoch aufragende Walmdach hineinreichten. Nicht mehr vorhanden sind die von Hermann Engelhardt geschaffenen Skulpturen. Es handelte sich um überlebensgroße, spätmittelalterlich gewandete Personifikationen des Buch- und Verlagswesens. Die tragende Konstruktion setzt sich aus massiven Außenwänden und einer mittig angeordneten Reihe aus ummantelten, eisernen Stützen zusammen. Die Grundrisse konnten so variabel zugeschnitten werden. Die reichhaltige Innenausstattung ging größtenteils verloren. Vollständig verschwunden ist das einstmals über zwei Geschosse reichende "Café Eden", dessen aufwendige Ausgestaltung gleichfalls auf Paul Karchow zurückging. Die bunten Fliesenspiegel in Durchfahrt und Haupttreppenhaus sind noch vorhanden.


(1) Architektur des 20. Jahrhunderts 14 (1914), S. 36, Tafel 67; Hoffmann-Axthelm 1987, S. 20 ff., Dehio Berlin 2006, S. 312.

(2) Hoffmann-Axthelm 1987, S. 23.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 205 f.