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Mietshaus Obentrautstraße 32

Obj.-Dok.-Nr.: 09031213
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Obentrautstraße
Hausnummer: 32
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1895-1896
Entwurf: Behring, J.
Bauherr: Alexander-Katz, M.

1895-96 errichtete der Architekt J. Behring für den Rentier Julius Gruen in der Obentrautstraße 32 eine umfangreiche Wohnanlage. (1) Der nahezu unverändert überlieferte Komplex ist ebenso wie Riehmers Hofgarten ein frühes Beispiel für einen mit privaten Mitteln finanzierten Wohnhof. Mit der geschickten Baumassenverteilung und den gut durchdachten Grundrissen, aber auch mit der gehobenen standardmäßigen Ausstattung wurden hier wohnungsreformerische Ansätze verwirklicht. Vom üblichen Massenwohnungsbau der Jahrhundertwende setzt sich der Komplex darüber hinaus durch den großen Innenhof ab. Über die auffallend großzügig bemessene Durchfahrt des Vorderhauses gelangt man in den gärtnerisch angelegten Hofbereich. Hier erhebt sich eine weitgehend symmetrische Abfolge von Seiten- und Quergebäuden. Den nördlichen Abschluss der mehrfach abgewinkelten Bebauung bildet ein fünfgeschossiger Querriegel, der die Längsausdehnung des Grundstücks optisch wirkungsvoll abfängt. Alle Trakte wurden als massive verputzte Mauerwerksbauten erstellt. Sparsam gesetzte Dekor- und Gliederungselemente wie Putznutungen und Fensterverdachungen beleben die Hoffronten. Die einzelnen Etagen sind nahezu durchgängig mit mittelgroßen Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen belegt. Eine Ausnahme bilden die vornehmen Sieben-Zimmer-Wohnungen auf der linken Seite des Vorderhauses. Zur Grundausstattung jeder Wohnung gehörten ein Bad und eine Kammer. Zudem können beinahe alle Wohnungen quer belüftet werden. Die einzigen gewerblich nutzbaren Einheiten brachte man im Erdgeschoss des Vorderhauses unter. Auch wenn das Gebäude straßenseitig seinen ursprünglichen Bauschmuck weitgehend verloren hat, so lassen die noch vorhandenen Ausstattungselemente auf eine reiche Fassadengestaltung schließen. Nach wie vor stehen hier Runderker, mit kunstvoll gearbeiteten Gittern versehene Balkone und Loggien für gehobene bürgerliche Wohnkultur.


(1) BusB IV B, S. 151.

Literatur:
  • BusB IV B 1974 / Seite 151
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 368