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Mietshaus Monumentenstraße 24

Obj.-Dok.-Nr.: 09031209
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Monumentenstraße
Hausnummer: 24
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1905-1906
Entwurf: Wagner, Richard
Bauherr: Gebr. R. und M. Faul (offene Handelsgesellschaft)

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde die Monumentenstraße, die vom Ortsteil Schöneberg zum Kreuzberg führt, in rascher Folge mit großstädtischen Mietshäusern bebaut. Aus der geschlossenen Blockrandbebauung sticht das Mietshaus Monumentenstraße 24 hervor, das die Brüder R. und M. Faul, die nicht weit entfernt in der Katzbachstraße 15 eine Kunst-, Möbel- und Bautischlerei betrieben, 1906 durch den Architekten Richard Wagner errichten ließen. Das Gebäude besteht aus Vorderhaus, Seitenflügeln und einem Quertrakt. Stilistisch steht es zwischen dem Jugendstil und dem Reformwohnungsbau des frühen 20. Jahrhunderts. Seine symmetrisch strukturierte Fassade findet in dem geschossübergreifenden Erker, dem mächtigen Frontispiz sowie in den seitlich angeordneten Loggienachsen die gestalterisch tragenden Motive. Der Schmuckauftrag ist stark reduziert. Einzig die weißen Rahmungen und Brüstungsflächen der Fenster und Loggien sind mit einem flächigen Stuckdekor überzogen. Im Vergleich zur älteren Mietshausbebauung weist das Gebäude einige Besonderheiten auf. Zum einen wirkt das Haus mit der trutzig anmutenden Natursteinverkleidung des Erdgeschosses und dem roten Sichtmauerwerk der Obergeschosse deutlich edler als die umgebenden Putzbauten. Zum anderen stattete der Architekt die Wohnungen des Vorderhauses neben der Haupttreppe noch mit einem besonderen Zugangssystem aus: Über einen separaten Dienstbotenaufgang und daran anschließende kurze Laubengänge kann man in die Küchen der beiden Vorderhauswohnungen gelangen. Zwar sind die Wohnungen mit maximal vier Zimmern nicht besonders groß, doch zielte man mit der reichhaltigen Ausstattung - Bäder und Mädchenkammer, Loggien und Erker - auf gehobenen Wohnkomfort. Bemerkenswert ist darüber hinaus die weitläufige, ein- bis zweigeschossige Kelleranlage, die ursprünglich über das Nachbarhaus Monumentenstraße 23 bis in die Katzbachstraße 15 reichte. In den Kellerräumen hatten die Gebrüder Faul ein umfangreiches Holzlager eingerichtet. Beschickt wurde das Depot durch einen hydroelektrischen Aufzug, dessen Hebebühne Lastwagen mit bis zu zwölf Tonnen Gewicht in den Keller transportieren konnte. (1) Dieses technische Denkmal ist heute außer Betrieb. 1989 wurde das Haus grundlegend saniert und zugleich das Dachgeschoss ausgebaut.


(1) Schacht, Oliver: Der hydro-elektrische Lastenaufzug der Firma Unruh und Liebig, Leipzig, von 1906 in Kreuzberg. Diplomarbeit an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Berlin 2007.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 389