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Treptower Brücke

Obj.-Dok.-Nr.: 09031192
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Lohmühlenstraße
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Brücke
Datierung: 1852

An der Südspitze der Lohmühleninsel befindet sich die Treptower Brücke. (1) Als einer der ältesten Bogenbrücken in Berlin verbindet sie die Insel mit der auf der Treptower Seite verlaufenden Lohmühlenstraße. Die Brücke ist ein wichtiges Dokument der frühen Verkehrsgeschichte, denn sie entstand bereits 1852 im Zusammenhang mit dem Ausbau des Landwehrkanals. Damit ist die Treptower Brücke die letzte noch erhaltene Kanalbrücke, die aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Da die Brücke über den nicht schiffbaren, von Beginn an ausschließlich der Wasserregulierung dienenden Flutgraben führt, konnte man sie, anders als die siebzehn hölzernen Klappenbrücken, die über den Landwehrkanal führten, komplett massiv ausführen. Während die Klappenbrückenkonstruktionen, die sich schon wenige Jahrzehnte nach ihrer Fertigstellung sowohl für den Straßen- als auch für den Schiffsverkehr als hinderlich erwiesen, im zeitlichen Zusammenhang mit dem Ausbau des Landwehrkanals und der Spreeregulierung durch neue Konstruktionen ersetzt wurden, blieb die Treptower Brücke bis heute nahezu unverändert erhalten. Ihr nüchternes Erscheinungsbild entspricht ihrer Funktion als Zweckbau an einem Ort von untergeordneter städtebaulicher Bedeutung. Mit drei flachen, gleich weitgespannten Segmentbögen wölbt sich die Brücke über den Flutgraben. Die massive Bogenkonstruktion und die Widerlager verkleidete man mit rotem Ziegelmauerwerk, in das als schmückende Zutat horizontale gelbe Ziegelstreifen eingelegt wurden. Die Vorstreckungen der im Wasserlauf stehenden Bogenstützen erhielten eine Abdeckung aus Werkstein. 1992-93 wurde die Brücke instand gesetzt und beidseitig wieder mit ihrer ursprünglichen Brüstung, einer Balustrade aus roten Ziegelsteinen, versehen. Heute ist die Brücke für den Autoverkehr gesperrt.


(1) BusB 1896, Bd. 1, S. 123; Die Strassen-Brücken der Stadt Berlin, 2 Bde., Berlin 1902, Bd. 1, S. 26-27, 215; Hoffmann-Axthelm 1987, S. 151; Weinland 1994, S. 222; Thiemann/Desczyk/Metzing 2003, S. 146-147.

Literatur:
  • BusB I 1896 / Seite 123
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 272