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"Villa Kreuzberg"

Obj.-Dok.-Nr.: 09031186
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Kreuzbergstraße
Hausnummer: 62
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Gärtnerhaus & Maschinenhaus & Wohnhaus
Datierung: 1892-1893
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Entwurf: Moeller, W.
Entwurf: Haack, Fritz
Bauherr: Magistrat Berlin

Zu den bekanntesten Gebäuden im Viktoriapark gehören das Gärtner- und Maschinenhaus in der Kreuzbergstraße 62. Der Bau der beiden Gebäude erfolgte 1892-94 in Zusammenhang mit der Anlage des Viktoriaparks und hier insbesondere mit dem Bau des Wasserfalls. Das villenartigen Haus war als Dienst- und Wohnhaus für Parkgärtner und Maschinisten bestimmt, das Maschinenhaus hatte die Pumpenaggregate für den künstlichen Wasserlauf aufzunehmen. (1) Mit ihrer idyllisch anmutenden Architektur hebt sich die kleine Baugruppe auffällig von der gegenüberliegenden Mietshausbebauung ab. Um beide Gebäude gestalterisch in angemessener Weise in den Park einzubinden, griffen Stadtbaurat Hermann Blankenstein und Regierungsbaumeister W. Moeller (2) auf das Formenrepertoire des damals beliebten Schweizerhausstils zurück, der mit dem Gebirgscharakter des Viktoriaparks gut zusammenpasste. Das eingeschossige reich verzierte Villengebäude steht über rechteckigem Grundriss. Seine Materialien und gestalterischen Details zeigen die gewohnt hohe Qualität, die in Berlin nahezu alle kommunalen Bauten der Kaiserzeit aufweisen. Die Villa wurde aus hellrotem Backstein errichtet, während die Architekturgliederungen aus schlesischem Sandstein bestehen. Das ursprünglich mit mehrfarbigen Tonfalzziegeln gedeckte Kreuzdach fällt vor allem durch seinen weiten Dachüberstand und das buntbemalte hölzerne Rahmenwerk ins Auge. (3) Wesentlichen Anteil an dem insgesamt malerischen Eindruck haben auch der zur Straße orientierte Altan und die Pergola, die Villa und Maschinenhaus miteinander verbindet. Die frühere Raumstruktur mit den um einen Mittelflur gruppierten Räumen ist in Erd- und Obergeschoss ohne größere Eingriffe überliefert.

Etwas einfacher gestaltet zeigt sich das gleichfalls eingeschossige Maschinenhaus, dessen rechteckiger Kubus durch ein flaches Satteldach mit großem Überstand gedeckt wird. Seine Klinkerfassaden werden durch Gesimse und die zu Dreiergruppen zusammengefassten Fenster gegliedert. Einlagen aus dunklen Ziegeln beleben das Mauerwerk. Befindet sich im Erdgeschoss des Maschinenhauses ein großer Saal, so beherbergen die Kellerräume des Gebäudes noch heute die Pumpenanlagen für den Betrieb des Wasserfalls. Villa und Maschinenhaus wurden lange durch das Grünflächenamt des Bezirks Kreuzberg sowie von sozialen Einrichtungen genutzt. Heute wird wird dort ein Restaurant betrieben.


(1) BusB 1896, Bd. 1, S. 60-62; BusB XI, S. 67; Stürmer, Rainer: Die historische Entwicklung des Viktoria-Parkes von der ersten Planung Hermann Mächtigs 1879/80 bis zur Eintragung in das Baudenkmalbuch 1980. In: Gartendenkmalpflege, H. 4, hrsg. v. der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Berlin 1992, S. 37; Dehio Berlin 2006, S. 320.

(2) Uebel, Lothar: Bauschein 1001: Das Gärtner- und Maschinenhaus im Viktoriapark. Gutachten i. A. der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Abt.: III Gartendenkmalpflege, Berlin 1993, Landesdenkmalamt Berlin.

(3) Heute ist das Dach mit Biberschwanzziegeln gedeckt.

Literatur:
  • BusB I 1896 / Seite 60-62
  • BusB XI 1972 / Seite 67
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 393 f.