denkmal  

 

Liste, Karte, Datenbank - Denkmaldatenbank

Geschäftshaus Rudi-Dutschke-Straße 26

Obj.-Dok.-Nr.: 09031174
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Rudi-Dutschke-Straße
Hausnummer: 26
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Geschäftshaus
Datierung: 1914
Entwurf: Peters, Wilhelm & Blume, Friedrich (Architekt)
Bauherr: Fiebelkorn, C.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Schwechtenhaus, Rudi-Dutschke-Straße 26, das 1914 nach Entwürfen von Wilhelm Peters und Friedrich Blume erbaut wurde. (1) Das Geschäftshaus ist charakteristisch für die dritte Generation der Friedrichstadt-Bebauung, denn es war sowohl für eine Büronutzung als auch für Kleingewerbe konzipiert. Die Mieterschaft setzte sich hauptsächlich aus handwerklichen Betrieben zusammen, so der Buchbinderei Wübben oder der Pianoforte-Fabrik Schwechten, die dem Haus den Namen gab. (2) Die vierflügelige, um einen nahezu quadratischen Innenhof gruppierte Anlage ist durchgehend fünfgeschossig angelegt und besitzt ein zweigeschossig ausgebautes Dach, das ebenfalls vermietbare Flächen enthielt. Die rückwärtigen Hoffronten sind zeittypisch mit weißen Glasurklinkern verkleidet. Das Gebäude beruht auf einer Mischkonstruktion aus massiven Mauerwerkspfeilern und Eisenbeton, weshalb die Grundrisse flexibel gestaltet werden konnten. Die großflächige Fassade geht nicht auf die frühere Parzelleneinteilung ein. In neoklassizistischer Gestaltung ausgeführt, zeichnet sie sich durch einen dreischichtigen Aufbau, eine strenge Symmetrie und klare Gliederung aus. Die beiden äußeren Achsen sind leicht zurückgestaffelt, sodass der weitgespannte Mittelteil risalitartig vorspringt. Eine über vier Geschosse reichende Bogenstellung ist das zentrale gestalterische Motiv. Die heute nüchtern und ebenmäßig wirkende Fassade verfügte ursprünglich auch über Bauschmuck. 1937 wurde die Straßenfront jedoch dem Zeitgeschmack folgend geglättet. Es verschwanden nicht nur Ornamente und Schriftzüge, sondern auch die rustizierte Werksteinverkleidung. Treppenhäuser und Durchfahrt enthalten heute noch in weiten Teilen die bauzeitliche Ausstattung.


(1) Berliner Architekturwelt 19 (1917), S. 386-388. Wilhelm Peters war für den Gesamtentwurf zuständig, während Friedrich Blume, wie auch bei anderen Projekten, die Gestaltung der Fassade zufiel.

(2) Clara Fiebelkorn geb. Schwechten hatte den Bau in Auftrag gegeben. Die Pianoforte-Fabrik Schwechten befand sich zum Zeitpunkt der Errichtung des Schwechtenhauses schon mehrere Jahrzehnte in der Kochstraße 60.

Literatur:
  • Berliner Architekturwelt 19 (1917) / Seite 386-388
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 122