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Geschäftshaus Rudi-Dutschke-Straße 25

Obj.-Dok.-Nr.: 09031172
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Rudi-Dutschke-Straße
Hausnummer: 25
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Geschäftshaus
Datierung: 1909
Entwurf: C. Kuhn (Baugeschäft)
Bauherr: Gesellschaft zur Verwertung des Grundstücks Kochstraße 18

Etwas weiter östlich erhebt sich auf einer vergleichsweise schmalen Parzelle das Geschäftshaus Rudi-Dutschke-Straße 25. Es wurde als ein typisches, gleichsam auf Vorrat erstelltes Renditeobjekt geplant und 1909 fertig gestellt. Die Konstruktion, ein Eisenskelettbau zwischen massiv gemauerten Brandwänden, erlaubte bei der geringen Gebäudebreite eine vollkommen stützenfreie Anlage aller Etagen, die deshalb je nach Bedarf zukünftiger Mieter eingeteilt und mit Trennwänden versehen werden konnten. Bauherr war die "Gesellschaft zu Verwertung des Grundstücks Kochstraße 18", deren alleiniger Anteilseigner, C. Kuhn, das Gebäude auch geplant und ausgeführt hat. (1) Das Kontorhaus verfügt über einen siebengeschossigen Aufbau, wobei zwei Dachgeschosse von der Straße aus kaum sichtbar sind. Hofseitig schließt sich ein Seitenflügel mit Querhaus an. Das Haus hat drei Achsen mit einem weitgespannten, großflächig verglasten Mittelbereich. Die Fassadengestaltung ist von hoher künstlerischer Qualität. Mit wenigen einprägsamen Mitteln wurde die kleine Fassadenfläche zu einem äußerst charaktervollen Bild verdichtet. Die Pfeilerfront lebt von der kunstsinnigen Verbindung scheinbar unvereinbarer Materialien, Formen und Stile. Mächtige Werksteinpfeiler, steinerne und mit Blech verkleidete Brüstungen kontrastieren mit großflächigen, die Fassade zu großen Teilen auflösenden Verglasungen. Neobarocke Elemente wie das geschwungene Kranzgesims samt Vasenaufsätzen vereinen sich mit Formen des Jugendstils. Kennzeichnende gestalterische Mittel sind daneben die auffälligen vorgewölbten Stahlsprossenfenster sowie die vier Atlantenfiguren des zweiten Obergeschosses. In den beiden schmalen Seitenachsen sind die Eingänge angeordnet.

Seit 1989 ist in diesem Gebäude die Redaktion der "taz" ("die tageszeitung") untergebracht. Es wurde nach Plänen von Gerhard Spangenberg Anfang der 1990er Jahre denkmalgerecht saniert und um einen Neubau erweitert. (2)


(1) Dehio Berlin 2006, S. 311.

(2) Baukultur (1992) 4/5, S. 31; Sontheimer, Michael: Redaktionsgebäude in Berlin. In: Baumeister 89 (1992) 5, S. 28-33. 1995-96 wurde das Erdgeschoss durch Max Dudler zu einem Restaurant umgebaut.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 120 f.