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Mietshaus Katzbachstraße 33

Obj.-Dok.-Nr.: 09031170
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Katzbachstraße
Hausnummer: 33
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Entwurf: 1886
Datierung: 1887
Entwurf & Ausführung: Werner, Max (Zimmermeister)
Bauherr: Gössler, Ludwig (Malermeister)

Um Planungs- und Ausführungskosten im Mietshausbau zu senken, bildeten die Maurer- und Zimmermeister, die die Ausführung vornahmen, bei benachbarten Mietshäusern mitunter gespiegelte Grund- und Aufrisse aus. Ein gut erhaltenes Beispiel für diese rationelle Bauweise sind die mit Ausnahme des Portalbereichs vollkommen spiegelsymmetrisch angelegten Mietshäuser Katzbachstraße 33 und Katzbachstraße 34. Für die 1887 fertig gestellten Häuser lieferte der Zimmermeister Max Werner die Pläne. Beide Grundstücke erinnern mit ihrer enormen baulichen Verdichtung einprägsam an die beengten Wohn- und Lebensverhältnisse der Berliner Innenstadt. An die Vorderhäuser, die sich in den geschlossenen Blockrand eingliedern, sind rückseitig Seitenflügel angefügt. Die sechs Vollgeschosse sind ein klares Indiz dafür, dass die Bauanträge für die Häuser noch vor Verabschiedung der Berliner Baupolizeiordnung vom 15. Januar 1887 eingereicht wurden. Nach den Vorschriften dieser Bauordnung, die gewisse Mindeststandards enthielt, waren nur noch maximal fünf übereinander angeordnete, zum dauerhaften Aufenthalt von Menschen bestimmte Etagen zugelassen. Freilich konnte die bauliche Enge dadurch gemildert werden, dass man die kleinen Höfe beider Gebäude zueinander orientierte und zu einer größeren Hofanlage zusammenschloss. Zeittypisch ist die plastische Stuckdekoration in den Formen der Neorenaissance. Die reichhaltig aufgetragenen Schmuck- und Gliederungselemente sollten ebenso wie die aufwendig gestalteten Hausflure und Treppenaufgänge die recht einfachen Wohnverhältnisse verbergen. Balkone und Erker fehlen bezeichnenderweise vollständig, während durchlaufende Gesimse und die kräftige Putzquaderung von Hochparterre und erstem Obergeschoss für eine horizontale Gliederung sorgen. Hauptmotive der Fassadengestaltung sind die aufstuckierten Seitenrisalite und die üppigen Umfassungen der Portalbereiche.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 388