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Askanisches Gymnasium

Obj.-Dok.-Nr.: 09031161
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Hallesche Straße
Hausnummer: 24
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Schule
Datierung: 1874-1875
Entwurf: Blankenstein, Hermann (Architekt)
Entwurf: Reich, Adolf (Architekt)

Vom Ida-Wolf-Platz ausgehend teilt die Hallesche Straße die Friedrichvorstadt westlich des Anhalter Bahnhofs. Sie hat ihre historische Bebauung im Zweiten Weltkrieg größtenteils verloren. In der Halleschen Straße 24 erhebt sich hinter einem schmalen Vorgartenstreifen ein typischer Schulbau aus der Amtszeit von Stadtbaurat Hermann Blankenstein. Es handelt sich um das 1874-75 erbaute Askanische Gymnasium, heute Clara-Grunwald-Schule. (1) Der Bau hatte den steigenden Bedarf an höheren Lehranstalten in der Berliner Innenstadt zu decken. Anders als es später in Berlin üblich war, ordnete Blankenstein, der zusammen mit Adolf Reich die Pläne erstellte, den Klassentrakt unmittelbar zur Straße hin an, während das Lehrerwohnhaus und die Turnhalle, beide im Zweiten Weltkrieg zerstört, das Hinterland des Grundstücks besetzten.

Der Klassentrakt war Bestandteil einer geschlossenen, heute verschwundenen Blockrandbebauung, was man an den beiden fensterlosen Brandwänden ablesen kann. Das viergeschossige Haus hat eine einfache symmetrische Grundriss- und Fassadenbildung. Während die Straßenseite durch den dreiachsigen Mittelrisalit betont wird, schieben sich auf der Hofseite die symmetrisch angelegten Treppenhäuser leicht vor die Fassadenflucht. Als höhere Lehranstalt zeichnet sich das Askanische Gymnasium im Vergleich zu den einfachen Gemeindeschulen durch einen besonderen Gestaltungsaufwand aus. Die gelbe Klinkerfassade ist durch Terrakotten, Werksteinschmuck und Streifen aus blau glasierten Ziegeln aufwendig geschmückt. Der Schmuckaufwand kulminiert in der Architravzone und über den großen Rundbogenfenstern der Aula. Von klarer und zweckmäßiger Gliederung ist der Grundriss des Schulgebäudes. Hermann Blankenstein stattete den Bau mit zwei Treppen und dem damals üblichen Mittelgangsystem aus, wobei die Flure nur indirekt über die Treppenhäuser belichtet werden. Die zweigeschossige Aula, die lange als Kammermusiksaal genutzt wurde, kam in den oberen Etagen unter. Trotz kleinerer Umbauten hat sich das Haus innen baulich kaum verändert. Mit den eingewölbten Fluren und den Treppenanlagen aus Granit vermittelt der Bau noch heute ein anschauliches Bild einer kaiserzeitlichen höheren Lehranstalt.


(1) BusB 1896, Bd. 2, S. 303; BusB V C, S. 339.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 303
  • BusB V C 1991 / Seite 339
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 185 f.