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Mietshaus Gneisenaustraße 51

Obj.-Dok.-Nr.: 09031155
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Gneisenaustraße
Hausnummer: 51
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1898-1899
Entwurf: Hesse, Fritz (Zimmermeister)
Bauherr: Hesse, Fritz (Zimmermeister)

Da die boulevardartige Gneisenaustraße um 1900 als gutbürgerliche Wohnlage galt, sahen sich viele Bauherren geradezu in die Pflicht genommen, ihre dort errichteten Häuser mit imposanten Fassaden auszustatten, zumal ein reicher Bauschmuck auch eine bessere Vermietbarkeit der Wohnungen versprach. Ein anschauliches Beispiel für diese Haltung ist das Mietshaus Gneisenaustraße 51, das der Maurermeister Fritz Hesse 1898-99 errichtete. Das Gebäude zählt wegen seines üppigen neobarocken Stuckdekors, aber auch wegen der großzügig geschnittenen Wohnungen zu den repräsentativsten Wohnhäusern am östlichen Ende des Straßenzugs. Ursprünglich war dem Haus ebenso wie allen anderen Bauten an der Gneisenaustraße eine Vorgartenzone vorgelagert, die allerdings später dem Gehwegbereich zugeschlagen wurde. Mit dem Nachbargebäude Gneisenaustraße 50 bildet das Haus eine Hofgemeinschaft. An das Vorderhaus schließt sich links ein Seitenflügel an, dem ein Quergebäude folgt. Das Mietshaus hat ein von der Straße aus zugängliches Souterrain, was im großstädtischen Wohnungsbau der Jahrhundertwende nur noch selten zu finden war. Das Vorderhaus enthält auf jeder Etage eine Vier-Zimmer-Wohnung und eine bis in den Seitenflügel reichende Fünf-Zimmer-Wohnung komfortablen Zuschnitts. Der gediegene Ausstattungsstandard lässt sich bereits an der Straßenfront ablesen, denn der mächtige Standerker und die zahlreichen Balkone sind nicht allein gestalterisch motiviert, sondern tragen auch erheblich zur gehobenen Wohnqualität bei. Die Straßenfassade ist reich bewegt und von hoher Plastizität. Sie zeigt einen spiegelsymmetrischen Aufbau. Das bestimmende Architekturelement ist der breite Standerker in der Mitte, dessen loggienartige Öffnung ein ungewöhnliches Motiv darstellt.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 421 f.