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Hans-Böckler-Oberschule

Obj.-Dok.-Nr.: 09031129
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Dessauer Straße
Hausnummer: 24
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus & Schule
Datierung: 1844
Umbau: 1901
Entwurf: Reichert (Maurermeister)
Entwurf: Bernhardt
Bauherr: Sonntag (Zimmermann)

Im Bereich von Dessauer und Bernburger Straße entstand in den 1840er und 1850er Jahren eine nahezu lückenlose, am Blockrand ausgerichtete Mietshausbebauung. Zu den Gebäuden, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben, gehört das Mietshaus Dessauer Straße 24, das Maurermeister Reichert 1844 ausführte. Der dreigeschossige Bau, der sich durch eine sparsame spätklassizistische Stuckfassade auszeichnet, wurde 1901 nach Plänen von A. Bernhardt für Clara Husling zu einem Klassentrakt für die Höhere Töchterschule umgebaut, was das Erscheinungsbild veränderte. (1) Man stockte das Gebäude um ein Geschoss auf und versah es mit einem Mansarddach. Zugleich fügte man hofseitig einen viergeschossigen Seitenflügel und als Quergebäude eine heute nicht mehr vorhandene Turnhalle an. Trotz der späteren Aufstockung wirkt der Putzbau gut proportioniert und die Fassade sehr einheitlich. Die Straßenfront ist streng symmetrisch strukturiert. Dabei sorgen der vierachsige Mittelrisalit, aber auch der waagerecht ausgerichtete Stuckdekor für eine plastische Gliederung. Eine Vorrangstellung genießt das in der Mitte angeordnete Rundbogenportal. Die größeren Fensterhöhen und die aufwendigen Fensterverdachungen weisen das erste Obergeschoss als Beletage aus. Während die unteren drei Geschosse stehende Rechteckfenster erhielten, stattete man das später aufgesetzte dritte Obergeschoss mit Rundbogenfenstern aus. Zum ursprünglichen Baubestand gehört die Hofdurchfahrt, die im vorderen Bereich eine bemerkenswerte vestibülartige Aufweitung aufweist. Die Bodenfliesen und die schmiedeeisernen Treppengeländer im Vorderhaus stammen von dem 1901 durchgeführten Umbau. Das Gebäude nahm verschiedene Schuleinrichtungen auf, darunter die Berufsschule für das Metallgewerbe und die Volkshochschule, die hier eine Außenstelle unterhielt.


(1) BusB V C, S. 356.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 166 f.