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Mietshaus & Fabrik Cuvrystraße 16

Obj.-Dok.-Nr.: 09031127
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Cuvrystraße
Hausnummer: 16
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus & Fabrik
Datierung: 1857
Umbau: 1870 & 1896
Entwurf: Forkert, J. C. (Maurermeister)
Entwurf: Liepold, C. (Baugeschäft (?))
Entwurf: Winckler, A.

Das Grundstück Cuvrystraße 16 zählt zu den ersten Grundstücken, die in der Cuvrystraße bebaut wurden. Dabei beginnt die Baugeschichte des Mietshauses mit Fabrikgebäude ungewöhnlich. Statt des Vorderhauses ließ der Maurerpolier Carl Liepold 1857 zuerst von Maurermeister Forkert und Zimmermeister Wildgrube einen kleinen Seitenflügel mit Mietwohnungen weit hinter der Baufluchtlinie errichten. Der zweigeschossige Mauerwerksbau verfügt über ein Souterrain sowie ein ausgebautes Dachgeschoss. Anfänglich war er über alle Etagen mit sehr einfachen Wohnungen ausgestattet, die aus Stube, Kammer und Küche bestanden. Die Toilettenanlagen waren in einem separat erstellten Appartment-Gebäude untergebracht. Schon ein Jahr nach seiner Fertigstellung wurde der Seitenflügel auf die doppelte Länge erweitert. Das Vorderhaus kam erst 1870 hinzu. Mit ihm griff der Bauherr auf den Bautyp des städtischen Mietshauses aus dem Kernbereich der Luisenstadt zurück. Das Vorderhaus ist erkennbar großstädtischen Formats und nahm früher Wohnungen einfachsten Standards auf. Seine fünfgeschossige Fassade ist in den zeitüblichen spätklassizistischen Formen angelegt. Wichtigstes Schmuckelement sind die von Geschoss zu Geschoss variierenden Fensterverdachungen, die im ersten Obergeschoss besonders üppig ausfallen. Über die links angeordnete Durchfahrt gelangt man auf den langgestreckten Hof, der rechts von dem schmalen Seitenflügel und einem kleineren Werkstättengebäude begrenzt wird. Die bauliche Verdichtung des Bereichs ist an dem abschließenden Quergebäude zu erkennen. Die viergeschossige Stockwerksfabrik von außergewöhnlicher Gebäudetiefe wurde 1896 nach Entwürfen des Architekten A. Winckler ausgeführt.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 274 f.