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Mietshaus Bethaniendamm 19

Obj.-Dok.-Nr.: 09031118
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Bethaniendamm
Hausnummer: 19
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Mietshaus
Datierung: 1882
Entwurf: Brodhun, H. (Maurermeister)
Bauherr: Brodhun, Hugo

Auf dem gleichen Baublock steht das 1882 von Maurermeister Hugo Brodhum errichtete Mietshaus Bethaniendamm 19. Es handelt sich um ein gut erhaltenes Beispiel der hoch verdichteten Wohnbebauung, die in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in diesem Viertel entstand und auch die Uferstraßen des Luisenstädtischen Kanals säumte. Bezeichnend ist die dichte Bebauung des Grundstücks, wie sie vor Verabschiedung der Bauordnungen von 1887 und 1897 im Bereich der Luisenstadt möglich und üblich war. Das Gebäude erhebt sich über einem symmetrischen Grundriss. Dem Vorderhaus sind rückwärtig rechts und links Seitenflügel angegliedert, die einen engen Hof umschließen. Der Aufbau der straßenseitigen Fassade belegt die hohe Ausnutzung der Parzelle. Über dem zur Mietfläche zählenden Souterrain erheben sich fünf Vollgeschosse sowie ein abschließendes durchfenstertes Mezzaningeschoss. Die repräsentative Straßenfassade verfügt über einen reichen spätklassizistischen Dekor, wie er für die zeitgleich entstandenen Bauten am Luisenstädtischen Kanal kennzeichnend war. Die symmetrische Fassade ist durch Gesimse und Rustizierungen betont horizontal gegliedert. Die aus drittem und viertem Obergeschoss gebildete Mittelzone sticht durch einen Materialwechsel hervor. Das aufgehende Mauerwerk ist hier von gelbem Klinkermauerwerk verblendet und bildet einen bedacht inszenierten Material- und Farbkontrast zum weißen Stuckdekor und zur Putzgliederung der übrigen Geschosse. Für die damals aufkommende Mode, Mietshausfassaden durch aufwendige Gestaltungselemente zu nobilitieren und stärker plastisch zu betonen, stehen die dreigeschossigen Erker, die den repräsentativen Charakter der Straßenfront unterstreichen und der Fassade zugleich einen deutlichen vertikalen Akzent verleihen. Ein älteres bauliches Motiv sind indes die straßenseitigen Türen, die den Zugang zu den Wohnungen und Arbeitsstätten im Souterrain ermöglichten.

Literatur:
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 239 f.