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St. Lukas-Kirche

Obj.-Dok.-Nr.: 09031117
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Ortsteil: Kreuzberg
Strasse: Bernburger Straße
Hausnummer: 4 & 5
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Kirche & Kirche ev.
Datierung: 1859-1861
Umbau: 1954
Entwurf: Möller, Gustav (Architekt)
Entwurf: Thoféhrn, Georg
Bauherr: Kirchengemeinde St. Lukas

Um die kirchliche Versorgung des rasch wachsenden Bahnhofsviertels sicherzustellen, wurde 1859-61 in der Bernburger Straße 4-5 die Ev. St.-Lukas-Kirche errichtet. (1) Der Bau entstand als Tochterkirche der St.-Matthäus-Gemeinde am Tiergarten. 1865 wurde die Gemeinde selbständig. Architekt des im Rundbogenstil gestalteten Backsteinbaus war Bauinspektor Gustav Möller, dessen Planung allerdings auf Vorentwürfen von Friedrich August Stüler beruhte. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde die Kirche 1954 in stark reduzierter Formgebung nach Plänen von Georg Thoféhrn wieder aufgebaut.

Die St.-Lukas-Kirche kann als die älteste Straßenkirche Berlins bezeichnet werden. Der Bau wurde in die umgebende Blockrandbebauung eingefügt. (2) Von den direkt anschließenden Putzbauten hob sich die Kirche durch ihre Backsteinverkleidung gleichwohl deutlich ab. Ursprünglich bestand die St.-Lukas-Kirche aus innerer und äußerer Vorhalle, einschiffigem Lang- und Querhaus sowie dem aus der Bauflucht zurückgestaffelten Campanile. Straßenseitig setzte Möller das Kirchengebäude zwischen zwei dreigeschossige, stileinheitlich mit dem Gotteshaus ausgeführte Wohnhäuser. Im Zentrum der symmetrisch aufgebauten Fassade stand die fünfjochige Vorhalle, die eine Verwandtschaft mit der Straßenfront der Johanniskirche in Moabit zeigt. Öffnungen wurden durchgängig rundbogig ausgeführt. Als schmückende und gliedernde Elemente dienten vor allem Blendbogenfriese, Lisenen und Gesimse. Durch den Umbau von 1954 hat sich das Äußere der Kirche beträchtlich gewandelt. Mit der nunmehr durchgehenden Traufe und dem steilen Schrägdach zeigt der Bau ein einheitlicheres Erscheinungsbild. An der Straßenseite erreicht die St.-Lukas-Kirche insgesamt nur mehr die Höhe der Vorhalle, die heute neben dem Glockenturm das Gesicht der Kirche maßgeblich prägt. Das neue längsrechteckige Kirchenschiff tritt im Straßenraum nicht in Erscheinung. Die seitlichen Wohnbauten verloren ihr zweites Obergeschoss, während der Turm, der früher einen hoch aufragenden Spitzhelm trug, heute ein abgeflachtes Pyramidendach besitzt, das in Anlehnung an Stülers Entwurf gestaltet wurde. (3) Von den Schmuckelementen sind nur wenige erhalten geblieben, darunter die Medaillons in den Bogenzwickeln, die Werksteinsäulen sowie die Terrakottafiguren in der Vorhalle. 1976 wurde auf der rechten Seite ein neues Gemeindehaus nach Plänen des Architekten Michael von Möllendorff angebaut.


(1) BusB 1877, S. 138; BusB 1896, Bd. 2, S. 164; Lütkemann 1926, S. 123-124; Börsch-Supan 1977, S. 16, 129; Kühne/Stephani 1978, S. 59-61; BusB VI, S. 64, 365; Dehio Berlin 2006, S. 296.

(2) Kühne/Stephani 1978, S. 60.

(3) BusB VI, S. 365.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 164
  • Topographie Friedrichshain-Kreuzberg/Kreuzberg, 2016 / Seite 164